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Schleswiger Nachrichten

02. Dezember 2016 | 19:19 Uhr

Kirchenkreis Schleswig-Flensburg : Synode streicht zwölf Pfarrstellen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Weniger Pastoren zwischen Schleswig und Flensburg: Über die genaue Zuordnung der Stellen soll in 19 Regionen entschieden werden.

Der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg hat künftig knapp zwölf Pfarrstellen in den Gemeinden weniger als heute. Das ist das wichtigste Ergebnis der Tagung der Synode, die am Freitag bis in den Abend hinein über die künftige Struktur und insbesondere den Pfarrstellenplan rang. Am Ende setzte sich der Kirchenkreisrat als leitendes Gremium mit seinem Vorschlag eines „Pfarrstellenrahmenplans“ durch.

Hintergrund für die Kürzung ist unter anderem die finanzielle Situation des Kirchenkreises, der trotz steigender Einnahmen ein strukturelles Defizit im Haushalt hat. Zudem fehlt es an Pastorennachwuchs und die Gemeindegliederzahlen sinken stetig weiter. „Diesen Trend können wir nicht aufhalten“, sagte Schleswigs Pröpstin Johanna Lenz-Aude.

Der nun beschlossene Plan soll in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Immer dann, wenn eine Pfarrstelle frei wird, werde geschaut, wie mit ihr umgegangen wird. Lenz-Aude illustrierte dies mit zwei aktuellen Beispielen. So bekomme Hollingstedt einen Nachfolger für Pastor Lars Emersleben, während nach dem Weggang von Kerstin Jakobi die Kirchengemeinde Süderstapel von den beiden anderen Pastoren in der Region Stapelholm betreut wird. Denn für die künftig 67,75 Gemeindepfarrstellen (heute sind es 79,50) spielen die auf der Synode durch eine Satzung festgeschriebenen Kirchenregionen eine größere Rolle als bisher.

Die Gemeindepfarrstellen werden in dem Plan auf die 19 Kirchenregionen des Kirchenkreises verteilt (sechs in der Propstei Angeln, acht in Flensburg und fünf in Schleswig). Immer dann, wenn eine Pfarrstelle frei wird, soll in Rücksprache mit dem Kirchenkreis in der jeweiligen Region über die künftige Zuordnung der Pfarrstellen entschieden werden. Berechnet wird die Zahl der Pfarrstellen allein durch die Zahl der Mitglieder der Kirchengemeinde, im Durchschnitt soll ein Pastor gut 2400 Gemeindeglieder betreuen. Ein alternatives Berechnungsmodell erhielt keine Mehrheit. Zu den Gemeindepfarrstellen kommen künftig 15,75 überregionale im Kirchenkreis sowie vier Pfarrstellen für Vertretungen.

Mit einem Vorhaben konnte sich der Kirchenkreisrat nicht durchsetzen. Der Schleswiger Bischof Gothart Magaard kippte noch am Morgen der Synodentagung mit seiner Stellungnahme zum Pfarrstellenplan die auch offizielle Zuordnung der Kirchengemeinden zu den Regionen. „Dass eine Pfarrstelle einer Kirchenregion und nicht mehr einer einzelnen oder mehreren Kirchengemeinden zugeordnet wird, ist derzeit rechtlich nicht möglich und von Seiten der Landeskirche auch nicht geplant“, schrieb Magaard. Der Kirchenkreisrat erarbeitete kurzfristig einen neuen Beschlussvorschlag.

Dies sorgte bei einigen Synodalen für Kritik. „Das ist für mich ein Überfall“, sagte Britta Peters aus Glücksburg. „Ich behalte den Überblick nicht. Ich fühle mich außerstande zu beschließen.“ Auch einige andere Synodale äußerten in der Diskussion den Wunsch, die Abstimmung zu verschieben, um die neue Situation sacken zu lassen.

Die Zahl der Pfarrstellen spielte bei der insgesamt gut zweistündigen Diskussion über die künftige Struktur des Kirchenkreises eine untergeordnete Rolle. Hatte die Absicht der Kürzung von mehr als sieben Pfarrstellen in der Propstei Angeln seit Beginn der Diskussion vor gut einem Jahr für viele Proteste gesorgt, wurde sie in der Synode kaum noch in Frage gestellt. Ute Hörcher aus der Kirchengemeinde Toestrup sagte, Sparen bei Gemeindepfarrstellen sei das falsche Signal. „Ohne die Menschen in den Ortsgemeinden geht es nicht.“

Die zahlreichen kritischen Stellungnahmen und Vorschläge aus den Kirchengemeinden kamen nur am Rande zur Sprache. Pröpstin Lenz-Aude handelte einige Einwände bei ihrer Begründung der Vorschläge des Kirchenkreisrates kurz ab. In der Folge wurde vor allem darüber debattiert, ob im Plan konkrete Pfarrstellen pro Gemeinde ausgewiesen werden oder nicht. Dies sei kontraproduktiv, lautete der Tenor der meisten Beiträge. Eine solche Ausweisung, bevor die Umsetzung konkret wird, stehe einer besseren Zusammenarbeit im Wege. „Wir müssen noch mehr zusammenrücken, als wir das jetzt schon tun“, sagte Angelns Propst Helgo Jacobs. Ein konkretes Beispiel gab der Bergenhusener Pastor Martin Balzer, der durch die vakante Stelle in Süderstapel in seiner Region bereits mit den Folgen des Pfarrstellenplans konfrontiert ist: „Wir bewegen uns hin zur Kirchengemeinde Stapelholm.“ 

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erstellt am 18.Apr.2016 | 07:51 Uhr

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