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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2016 | 01:13 Uhr

Kooperationsprojekt unterstützt junge Erwachsene : Starthilfe ins Berufsleben

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am 7. November eröffnet die Jugendberufsagentur am BBZ Schleswig ihre Türen.

„Wir wollen keine Zahlen beschönigen, sondern an den Jugendlichen dran sein und ihnen die Möglichkeit bieten, sich beim Übergang von der Schule in den Beruf beraten zu lassen“, sagt Alexandra Florek vom Fachbereich Jugend und Familie des Kreises. Florek hält zusammen mit Iris Panten-Reetz (Fachbereich Regionale Integration) die Fäden des Projekts einer Jugendberufsagentur in der Hand. Die Agentur öffnet am 7. November am Berufsbildungszentrum (BBZ) Schleswig an der Flensburger Straße 19 b (Haus A) ihre Türen. Das Projekt ist einzigartig im Kreis und wird vom Land unterstützt. Bildungsministerin Britta Ernst hatte Panten-Reetz und Florek vor einem Jahr den Förderbescheid über rund 25  000 Euro überreicht.

Die Jugendberufsagentur ist kein zusätzliches Angebot, sondern ein Netzwerk aus der Arbeitsagentur Flensburg, dem Jobcenter, der Eingliederungshilfe und der Jugendhilfe des Kreises, dem Schulamt sowie dem BBZ. Insgesamt vier Mitarbeiter dieser Institutionen beraten und unterstützen an der zentralen Anlaufstelle am BBZ junge Leute zwischen 14 und 25 Jahren individuell auf ihrem Weg ins Berufsleben – „auf Augenhöhe“. In dieser Altersklasse leben 24  000 im Kreis. Der Bedarf für die Hilfsangebote ist da: „Im Kreisgebiet sind 692 Jugendliche arbeitslos gemeldet“, erklärt Hans-Martin Rump, Leiter der Arbeitsagentur Flensburg. Davon haben 354 keinen Berufsabschluss und 123 keinen Schulabschluss. 427 Jugendliche sind Rump zufolge aktuell auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. In der gleichen Größenordnung bewegen sich die Zahlen der unbesetzten Ausbildungsplätze. Die Gründe für die erfolglose Suche der Bewerber seien unterschiedlich: So können die jungen Leute etwa den Arbeitsort vom Wohnort nicht erreichen oder sie finden ihre Wunschstelle nicht. Eine weitere mögliche Ursache, so Rump, sei das familiäre Umfeld.

Genau da setzt das Angebot der Jugendberufsagentur an. „Wir beginnen schon mit Schülern der Klassen 7 oder 8, um ihnen frühzeitig Hilfestellung zu geben“, erzählt Panten-Reetz. Aber auch Schulabgänger gehören zur Zielgruppe. Hier sei die Zusammenarbeit mit den Schulen wichtig. Ziel ist es, dass jeder Schüler nach dem Abschluss ein konkretes Anschlussangebot hat. Die Jugendlichen sollen zudem langfristig begleitet werden, um so auch eventuell Ausbildungsabbrüche zu verhindern, erklärt Florek. Auch dem Fachkräftemangel wolle man so entgegenwirken. „Die sechs Institutionen arbeiten dabei wie vorher, nur sind sie besser vernetzt.“

So leiten die Mitarbeiter der Netzwerkpartner ihre betreuten Jugendlichen bei Bedarf an die Jugendberufsagentur weiter. Florek zufolge müssten nicht alle 14- bis 25-Jährigen aus dem Kreis in die Agentur kommen: „Nur die, die Orientierung suchen“. Auch Studienabbrecher können das Beratungsangebot nutzen. Wie viele das im Kreis sind, ist nicht sicher – die Zahlen sind Florek zufolge schwer zu erheben. Jeder sei aber willkommen – und das solle er in den Räumlichkeiten an der Flensburger Straße auch spüren.

Dass nicht alles sofort reibungslos laufen kann, wissen alle Beteiligten. „Die nächsten Monate werden spannend“, ist sich Landrat Wolfgang Buschmann sicher. „Wir müssen die Maßnahmen entwickeln und Verbesserungsvorschläge annehmen“, erklären Florek und Panten-Reetz.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 07:00 Uhr

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