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Schleswiger Nachrichten

29. August 2014 | 05:15 Uhr

Stadttheater wird im Sommer abgerissen

vom

Bürgermeister Thorsten Dahl sieht keine Alternative: "Gebäude akut einsturzgefährdet"

Schleswig | Das Stadttheater ist nicht mehr zu retten. Nachdem die städtische Bauaufsicht am Montag bekanntgegeben hatte, dass sämtliche Büros im Bereich Bühnenturm geräumt werden müssen, wartete Bürgermeister Thorsten Dahl wenige Stunden später in der Ratsversammlung mit der zweiten Überraschung des Tages auf. Dahl kündigte an, dass das Gebäude im Sommer abgerissen werden soll.

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Als Begründung führte der Bürgermeister Sicherheitsgründe an. Das Gebäude sei in Bewegung geraten: "Es ist akut einsturzgefährdet." Wie bereits berichtet, soll in den kommenden Tagen damit begonnen werden, auf dem unbefestigten Teil des Theaterparkplatzes ein Dorf aus 15 Containern zu errichten. Fünf der Container sind für die 20 Mitarbeiter gedacht, die jetzt aus dem Hauptgebäude ausziehen müssen. Zehn der metallenen Räume würden für die derzeit im Theaterkeller gelagerten Akten benötigt.

Mit dem Abriss des Hauptgebäudes gehen weitere Probleme einher. Zum einen befindet sich hier die Heizungsanlage für den gesamten Theaterkomplex, also auch für das Nachbargebäude, in dem sich die Büros von Generalintendant Peter Grisebach und seinen engsten Mitarbeitern befinden. Die Räume der Generalintendanz müssten also mit einer neuen Heizungsanlage versehen werden. Zum anderen stehen der große Saal und der Bühnenturm auf einem fragilen Untergrund: Unter ihnen befindet sich ein artesischer Brunnen. Bauamtsleiterin Manja Mahrt will den "kontrollierten Rückbau" daher von einem Statiker begleiten lassen.

Der Zeitplan: Zum Abschluss der Theatersaison im Juni soll das komplette Hauptgebäude inklusive der noch genutzten Büros im Foyer-Bereich geräumt werden. Der Abbruch könne dann bereits im Juli erfolgen. Die Bauamtschefin legt Wert darauf, dass der Schutt zügig abgeräumt wird. "Spätestens Ende des Jahres soll das Gelände frei sein", sagte sie gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Und was geschieht dann? Zunächst muss die Ratsversammlung eine Grundsatzentscheidung darüber treffen, ob das Theater die derzeit von der Volkskunde genutzten Räumlichkeiten auf dem Hesterberg übernehmen kann. Im Rat deutete sich am Montag an, dass eine breite Mehrheit hinter dieser Idee steht, allerdings sahen insbesondere CDU und SPD noch erheblichen Klärungsbedarf in Bezug auf die Gesamtkosten. Keineswegs will man akzeptieren, dass sich das Land komplett aus der Finanzierung des Theaterneubaus heraushält.

Sollte diese Hürde genommen werden und das Theater definitiv auf den Hesterberg umziehen, wäre wiederum das Bauamt gefordert. Denn das jetzige Grundstück des Theaters am Lollfuß muss aus Sicht von Bauamtschefin Mahrt auch künftig mit einer attraktiven Nutzung versehen werden. Um den Entscheidungsträgern mögliche Optionen aufzuzeigen, bringt sie einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ins Gespräch. Mahrt hält es für sinnvoll, dass Theatergrundstück inklusive des Theaterparkplatzes zu überplanen. Das Areal umfasst insgesamt zirka 8000 Quadratmeter. Nimmt man die Höhe des jetzigen Theatergebäudes als Maßstab für künftige Bauten, dürften diese maximal 25 Meter hoch sein.

Die entscheidende Lehre aus der Vergangenheit dürfte sein, die künftigen Gebäude ausreichend im Boden zu verankern. Und das wird die Baukosten in jedem Fall in die Höhe treiben. Denn tragfähige Schichten im Untergrund des Theater-Geländes findet man erst in einer Tiefe von 24 Metern.

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von Dirk Jennert
erstellt am 20.Feb.2013 | 10:57 Uhr

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01. | Online Leser | 25.02.2013 | 07:12 Uhr
@Lorenzen-Pranger

Also Sie behaupten, sie wären professionell? Dann ist es professionell, alle Menschen, die sich nicht Ihrer Meinung anpassen oder die es wagen etwas zu entgegnen als Nazis zu beschimpfe??? Einfach mal wirken lassen, dass es zum Glück noch Redaktionen gibt, die objektiv urteilen können und sich nicht von irgendwelchen marktschreierischen Parolen beeinflussen lassen.

02. | Werner Lorenzen-Pranger | 23.02.2013 | 19:20 Uhr
@ ONLINE LESER

Ich glaube kaum, daß sie hierher noch einmal zurückkommen. Dennoch eine verspätete Antwort: Daß ihre Geschichtskenntnisse nicht so dolle sind, mag man entschuldigen. Nicht jeder ist damit so
intensiv und professionell befasst. Daß es in der Redaktion dieses Blattes scheinbar genau so schlimm aussieht, ist nicht zu entschuldigen! Einmal mehr gibt diese Redaktion den zweifelhaften Gestalten recht.

03. | Online Leser | 21.02.2013 | 07:36 Uhr
@Lorenzen-Pranger

Herr Lorenzen-Pranger: Es reicht! Ständig vergleichen Sie Menschen, die nicht ihrer Meinung sind, mit Nazis. Mäßigen Sie sich. Dieser Vergleich steht in keinem Verhältnis und ist von mir als unangemessen gemeldet worden. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie mich wieder in die braune Ecke stellen (was ich hiermit strikt von mir weise) kann ich Ihre Äußerungen nicht mehr ertragen. Sie sind schlichtweg beleidigend!

04. | Werner Lorenzen-Pranger | 20.02.2013 | 21:00 Uhr
Toll...

...darauf habt ihr ja nun jahrzehntelang hin gearbeitet - durch dumpfes nichtstun. Faulheit, vor allem Denkfaulheit, scheint immer noch euer Motto zu sein. [Teile des Kommentares wurden wegen
Beleidigung entfernt. Die Redaktion]

05. | Online Leser | 20.02.2013 | 14:26 Uhr
Abriss

Prima, dann können wir mit dem Bauschutt noch einen Wall bauen. Wenn wir noch
Bauschutt vom Gelände der"Freiheit" dazu nehmen, könnten wir bald einen Stadtwall zusammen bekommen. Der wiederum würde doch bestimmt wieder Touristen und Fernsehteams anlocken...
Nur mal als Tipp für eventuelle Ideenlosigkeit im Rathaus! ;o)

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