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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Schleswig : Stadt beteiligt sich an Domsanierung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Kulturausschuss spricht sich für einen Beitrag von 450 000 Euro aus. Der Beginn der Arbeiten an Schleswigs Wahrzeichen verzögern sich aber auf Ende 2017.

Auch wenn es eigentlich nur eine Erhaltungsmaßnahme ist: Die Sanierung des St.-Petri-Domes ist das aufwändigste und kostspieligste Bauprojekt, das Schleswig in den kommenden Jahren erleben wird. 17,3 Millionen Euro, so die aktuelle Schätzung, wird die Renovierung von Schleswigs Wahrzeichen kosten. Eine riesige Investition – zu der auch die Stadt ihren Beitrag leistet. Gestern haben sich die Mitglieder des Kulturausschusses in ihrer Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, die Maßnahme mit 450  000 Euro zu unterstützen.

Der Zuschuss der Stadt ist nicht nur mit Blick auf die enormen Gesamtkosten ein Segen für die Nordkirche. Denn hinter dem positiven Votum der Politiker sowie der Verwaltung steht auch ein klares Zeichen: Schleswig identifiziert sich mit dem ambitionierten Projekt. „Auch wenn unser Beitrag nur 2,5 Prozent der insgesamt benötigten Summe ausmacht, ist es viel Geld für die Stadt Schleswig, die finanziell ja nicht auf Rosen gebettet ist“, erklärte Stephan Dose (SPD). Aber man leiste gerne einen Beitrag zum Erhalt des Domes. Dieser Meinung schlossen sich alle anderen Fraktionen sowie Bürgermeister Arthur Christiansen geschlossen an.

Dessen Sanierung wird zeitlich allerdings deutlich später in Angriff genommen. Statt wie bislang angenommen bereits Ende dieses Jahres mit dem Aufbau des Gerüstes zu beginnen, wird dies voraussichtlich frühestens Ende 2017 geschehen, erklärte Bischof Gothart Magaard, der gemeinsam mit Kirchenbaudirektorin Ingrid Wenk an der Sitzung teilnahm, um sowohl die konkreten Baumaßnahmen als auch den aktuellen Stand zu erläutern. Hauptgrund für die Verzögerung ist demnach das komplizierte Antrags- und Ausschreibungsverfahren. Fest steht allerdings bereits: Der Bund übernimmt mit 8,65 Millionen Euro die Hälfte der Gesamtkosten, das Land steuert weitere vier Millionen Euro hinzu. Den Rest muss – abzüglich der 450  000 Euro, die die Stadt zuschießt – die Nordkirche aufbringen. Durch Eigenmittel, Spenden oder ein sogenanntes Fundraising-Projekt. „Im nächsten Frühjahr wird der Förderbescheid des Bundes erwartet, dann beginnt die europaweite Ausschreibungsphase“, erklärte Magaard. „Wenn danach alles glatt läuft, könnte die Sanierung 2021 abgeschlossen sein – passend zum 500-Jahr-Jubiläum des Brüggemann-Altars.“

Woran genau der Domturm krankt, ist nach aufwändigen Untersuchungen inzwischen klar. Nicht frostfreie Ziegel und zu harter Mörtel haben dazu geführt, dass das 1894 fertiggestellte Bauwerk Risse in der Backsteinfassade aufweist. Insbesondere die wetterzugewandte Westfassade ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Bei der Sanierung sollen die Turmpfeiler nun eine Verkleidung aus Kupferblech erhalten. Eine Lösung, die nicht jedem gefällt, zu der es laut Wenk aber „keine vernünftige Alternative“ gebe. Zudem werden Teile des Mauerwerkes, der Giebel und des stählernen Turmhelmes saniert oder teilweise erneuert. Dazu wird am Domturm ein riesiges Gerüst aufgebaut, das in Planen verhüllt wird. Helge Lehmkuhl (CDU) schlug vor, Sponsoren zu suchen, damit diese Planen mit einem Abbild des Domturmes bedruckt werden können.

Während diese Arbeiten rund 13,3 Millionen Euro der Gesamtkosten verschlingen, werden weitere vier Millionen für Renovierungsarbeiten im Dom benötigt. Unter anderem müssen Fenster und der Teil des Dachstuhls, der von Schwamm befallen ist, repariert oder erneuert werden. Zudem soll eine neue Innenbeleuchtung eingerichtet werden. Was die Außenbeleuchtung betrifft, zeichnet sich – unabhängig von den Renovierungsarbeiten – auch eine Lösung ab. Stadtwerke und Stadtmarketing lassen zurzeit von einer Fachfirma ein Konzept mit LED-Beleuchtung mit neuen Pfeilern erarbeiten und testen.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 07:59 Uhr

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