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Schleswiger Nachrichten

26. September 2016 | 12:25 Uhr

Asylbewerber machen mit : Spielen geht auch ohne Sprache

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

50 Teilnehmer, darunter 20 Asylbewerber, begeistern sich für Struxdorfer Spieleabend des Kultur- und Jugendausschuss. Die Beteiligung übertraf alle Erwartungen.

Die Beteiligung am Spieleabend der Gemeinde Struxdorf übertraf alle Erwartungen. Mehr als 50 Teilnehmer fast jeder Altersgruppe, darunter etwa 20 Flüchtlinge, trafen sich im „Dörps- un Schüttenhuus“ und maßen sich im fröhlichen Wettkampf.

Diejenigen, die sich auf klassische und in allen Kulturkreisen bekannte Spiele wie Schach oder Backgammon einließen, stellten schnell fest, dass es nur auf Erfahrung und weniger auf die Sprache ankommt. Und bei „Jenga“, einem Geschicklichkeitsspiel mit Holzklötzchen, kommt es sowieso nur auf eine ruhige Hand an. Beim „Carom“, einem in Asien verbreiteten Tischbillard, das mit Holzpucks und Fingerschnippen gespielt wird, wähnte man die Neubürger im Vorteil. Doch sie trafen auf eine spielerfahrene Struxdorfer Gruppe, die ihnen Paroli bot. Beim „Croquinole“, einer Weiterentwicklung des Spiels, waren anfangs die Einheimischen sogar im Vorteil. Nach einem ersten Erfahrungsaustausch bildeten sich auch gemischte Mannschaften. Parallel liefen an den anderen Tischen Brettspiele, deren Spielregeln für die meisten Teilnehmer noch Neuland waren.

Seele des Abends war Joachim Wohlerdt. Er bewegte sich von Tisch zu Tisch, erklärte Spielregeln, gab Tipps. Von ihm stammten die meisten Spiele. „Brettspiele sind mein Hobby“, erklärte er. Um neue Spiele kennenzulernen, besucht er auch Messen und besitzt deshalb Spiele, die es noch nicht auf den großen Markt geschafft haben. „Mir ist es wichtig, dass Menschen miteinander in Berührung kommen, die vorher kaum miteinander gesprochen haben“, verriet er. Deshalb seien Spiele, bei denen die Sprache nicht so wichtig sei, ein ideales Element zur Integration von Flüchtlingen. Auch hätten sich trotz der aufwendigen und teuren Grundausstattung aufgrund der früheren Spielabende in Struxdorf schon Spielrunden für Carom und Croquinole gebildet. Doch der Andrang an diesem Abend habe ihn selbst überrascht.

Silke Andresen, Vorsitzende des Kultur- und Jugendausschusses der Gemeinde Struxdorf, dem offiziellen Veranstalter des Spieleabends, war ebenfalls vom Zulauf begeistert. „Ohne jemanden wie Joachim Wohlerdt wäre so etwas nicht möglich“, gab sie zu.

Die Kirchengemeinde Thumby-Struxdorf hat das Erfolgsmodell aufgegriffen. In erweiterter Form wird es am Freitag, 19. Februar, als „Abend der Begegnung“ im Gemeinderaum des Pastorats angeboten.


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