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Schleswiger Nachrichten

26. August 2016 | 15:39 Uhr

Schleswig : Schwimmlehrerin sitzt auf dem Trockenen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Leila Detlefsen muss nach 14 Jahren ihre privaten Kurse im Schleswiger Hallenbad einstellen. Die Stadtwerke geben ihren eigenen Angeboten Vorrang.

Wie viele Kinder bei ihr das Schwimmen gelernt haben, weiß Leila Detlefsen nicht. Mehrere Hundert dürften es aber – ohne zu übertreiben – gewesen sein. Denn 14 Jahre lang hat die ausgebildete Sportlehrerin Privat-Kurse in der Schleswiger Schwimmhalle gegeben. Damit aber ist jetzt Schluss. Nach der umfassenden Umgestaltung des Bades haben die Stadtwerke als Betreiber die Zusammenarbeit mit Leila Detlefsens Schwimmschule „Wasserfloh“ aufgekündigt.

„Das kam sehr plötzlich und in kurzen, knappen Worten. Dabei war eigentlich immer alles gut, es gab nie Probleme“, sagt die 55-Jährige. Vier Stunden pro Woche hatte sie in all den Jahren kleinere Schwimmgruppen betreut, stets mit dem Ziel, das Seepferdchen oder das Bronze- beziehungsweise Silber-Abzeichen zu erlangen. „Dabei habe ich immer Wert auf individuelle Betreuung gelegt. Weil ich auch viele verhaltensauffällige Kinder oder welche mit motorischen Beeinträchtigungen betreut habe“, sagt die Schubyerin. „Am Ende haben alle meine Kursteilnehmer das Schwimmen gelernt.“

Dafür wurden ihr von den Stadtwerken einzelne Bahnen sowie Platz im Nichtschwimmer-Becken freigehalten – und zwar kostenlos, wie Leila Detlefsen bestätigt. Das wiederum betont auch Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs: „Durch den teuren Umbau des Schwimmbades und die Neugestaltung haben wir auch die internen Abläufe überarbeitet. Dabei haben wir Frau Detlefsen nicht die Zusammenarbeit aufgekündigt, sondern nur die Möglichkeit, hier ihre privaten Kurse – mit denen sie schließlich auch Geld verdient – kostenlos anzubieten.“ Auch die Schwimmvereine müssten für die Nutzung des Bades Gebühren zahlen. Zudem biete das „Fjordarium“, wie es seit dem Umbau nun offiziell heißt, selbst auch Schwimmkurse für Kinder an, die von geschulten Mitarbeitern betreut würden. „Und es kann uns doch wohl niemand übel nehmen, dass wir unsere eigenen Interessen über die von Fremdanbietern stellen“, so Schoofs weiter.

Sowohl der Stadtwerke-Geschäftsführer als auch Leila Detlefsen bestätigen, dass es inzwischen dennoch mehrere Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit gegeben hat. „Allerdings“, so die Schwimmlehrerin, „hat man mir dabei am Ende nur zwei Stunden am Sonnabendvormittag in Aussicht gestellt. Und dafür sollte ich 50 Euro Gebühren zahlen.“ Ihre Kursteilnehmer zahlten 60 Euro pro Person für zehn Schwimmstunden. Dazu musste jeder einzelne Schüler Eintritt bezahlen, ebenso wie sie selbst.

In den vergangenen Wochen hat sich Leila Detlefsen viele Gedanken darüber gemacht, wie es nun weitergehen soll für sie und ihre Schwimmschule. „Ich habe alle Möglichkeiten in der Umgebung abtelefoniert – vom Campusbad in Flensburg bis hin zum kleinen Schul-Schwimmbad in Eggebek. Aber alles ist voll“, sagt sie. Und als Schwimmlehrerin für einen Sportverein zu arbeiten, „das kann ich mir momentan nicht vorstellen“.

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erstellt am 06.Jan.2016 | 18:28 Uhr

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