zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

30. September 2016 | 18:52 Uhr

St. Jürgener Straße : Schleswiger wundern sich über Radweg neben Radweg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Warum gibt es zwei Radwege? Im Schleswiger Rathaus findet man das Konzept ganz logisch.

Schleswig | Zwei Wochen ist es her, dass die St. Jürgener Straße in Schleswig zwischen Kreisverkehr und Mühlenredder neu asphaltiert wurde. Inzwischen sind auch die frischen Fahrbahn-Markierungen aufgetragen – und viele Verkehrsteilnehmer reiben sich verwundert die Augen, egal ob sie im Auto oder auf dem Fahrrad unterwegs sind. Denn neuerdings gibt es hier auf beiden Seiten der Straße Radfahrerstreifen, die durch eine gestrichelte Linie von der Fahrbahn getrennt sind.

So weit, so gut. Aus der Königstraße, der Bismarckstraße und der Brockdorff-Rantzau-Straße kennen Schleswigs Radler so etwas längst. Die meisten haben sich daran gewöhnt. Auch aus Sicht der Polizei sind diese Streifen eine gute Lösung. Jedenfalls dort, wo sonst kein Radweg ist. Aber in der St. Jürgener Straße? Hier gibt es schon seit vielen Jahren einen Radweg. Er ist in einem leidlich guten Zustand – und die meisten Radfahrer benutzen ihn weiterhin. Den nagelneuen Fahrradstreifen lassen sie links liegen. Wer auf dem Fahrrad-Streifen auf das Gewerbegebiet St. Jürgen zukommt, gerät mit dem Fahrrad in den viel befahrenen Kreisverkehr. Der alte Radweg hingegen hat eine direkte Verbindung zum Radweg an der Schleidörferstraße.

Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde im Rathaus ist dennoch alles ganz logisch. „Der Schutzstreifen gehört zu den Maßnahmen, die sich aus dem Verkehrskonzept ergeben“, erklärte Stadt-Sprecherin Antje Wendt auf Nachfrage des sh:z. Es ist dasselbe Verkehrskonzept, das im Frühjahr für reichlich Diskussionsstoff sorgte. Damals hatte die Stadtverwaltung angekündigt, auf den meisten Straßen in der Stadt Tempo 30 einzuführen. Wann die neuen Tempo-30-Schilder kommen und ob überhaupt, das steht in den Sternen.

Wer auf dem Fahrrad-Streifen auf das Gewerbegebiet St. Jürgen zukommt, gerät mit dem Fahrrad in den viel befahrenen Kreisverkehr. Der alte Radweg hingegen hat eine direkte Verbindung zum Radweg an der Schleidörferstraße.
Wer auf dem Fahrrad-Streifen auf das Gewerbegebiet St. Jürgen zukommt, gerät mit dem Fahrrad in den viel befahrenen Kreisverkehr. Der alte Radweg hingegen hat eine direkte Verbindung zum Radweg an der Schleidörferstraße. Foto: oje
 

Der Verkehrskonzepts-Unterpunkt 4.6.10 mit der Überschrift „Rad-Konzept nördliche St. Jürgener Straße“ ist jetzt aber umgesetzt. Die Gutachter aus dem Hamburger Planungsbüro VVT hatten den Fahrradstreifen allerdings nur auf einer Straßenseite empfohlen – nämlich stadteinwärts. Sie verwiesen darauf, dass der bestehende Radweg auf der Ostseite der St. Jürgener Straße zu schmal sei, um den Verkehr in beide Richtungen gleichzeitig aufzunehmen.

Dass man sich nun dazu entschied, auch stadtauswärts – unmittelbar neben dem Radweg – einen Fahrradstreifen einzurichten, das begründet die Stadtverwaltung mit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 1998. Seither nämlich sei die Benutzungspflicht für Radwege stark eingeschränkt. „Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Radwege in vielen Fällen ein höheres Unfallrisiko für Radfahrer bedeuten als die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn“, sagt Antje Wendt.

Im Stadtgebiet sollen noch weitere Fahrradstreifen eingerichtet werden, zum Beispiel in der Bahnhofstraße, in der Gottorfstraße und an der Kreuzung von Plessenstraße und Königstraße am ZOB. Das werde jedoch nicht mehr in diesem Jahr geschehen, so Wendt. Auch der Radweg an der Flensburger Straße ist aus Sicht der Verkehrsgutachter zu schmal. Wenn die Straße – frühestens im nächsten Jahr – ohnehin ausgebaut wird, soll sich hier auch an der Radfahrer-Führung etwas ändern.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Sep.2016 | 07:08 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen