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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 01:35 Uhr

Sanierung des Christesen-Hofs in Unewatt – alles auf Anfang

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kulturstiftung wird von neuen Förderrichtlinien der EU überrascht / Jetzt soll der Kreis das Ensemble kaufen

Vor 15 Monaten schien alles in trockenen Tüchern zu sein. Die Kulturstiftung hatte nach langen Verhandlungen mit den Eigentümern den Christesen-Hof in Unewatt gekauft. Die Hofanlage sollte zum neuen Kristalisationspunkt für das schwächelnde Landschaftsmuseum Angeln werden. Für die notwendigen Sanierungs- und Umbauarbeiten wollte man Fördermittel einwerben, und alle Stellen – von der Aktivregion bis zum zuständigen Ministerium – signalisierten Zustimmung. Die Freude war verfrüht. Inzwischen ist klar: Solange der Hof in Händen der Kulturstiftung ist, ist der eingeplante 50-prozentige Zuschuss nicht zu bekommen.

Ein schwerer Schlag für die Zukunftsplanung der Kulturstiftung. Denn plötzlich erweist sich die politisch nicht unumstrittene Investition von rund 400  000 Euro in den Kauf des Hofes als Fehlgriff. Denn dieser Kauf erfolgte, bevor eine Förderzusage für die Sanierung des Gebäudes durch das Land erteilt war. Seinerzeit war man bei der Kulturstiftung sicher, die Hälfte der geschätzten 360  000 Euro aus EU-Mitteln (ILE-Leitprojekt „Erhaltung des kulturellen Erbes“) finanzieren zu können. Das LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) selbst hatte das ausdrücklich bestätigt.

Nachdem daher im Spätsommer 2015 ein Architekt mit der Planung beauftragt worden war, sollte nun der Förderantrag gestellt werden. Zu spät, wie sich herausstellte. Denn die Förderbedingungen sind zwischenzeitlich geändert worden, die Stiftung plötzlich nicht mehr antragsfähig. Die neuen Richtlinien der EU besagen, dass nur noch Gemeinden oder Gemeindeverbände sowie „juristische Personen des öffentlichen Rechts“ Anträge stellen dürfen. Die Kulturstiftung aber ist privatrechtlich organisiert. „Wir sind davon natürlich vollkommen überrascht worden“, sagt Dirk Wenzel, Leiter der Kulturstiftung, der händeringend nach einer Lösung für das Problem sucht und dafür jetzt in der Sitzung des Kulturausschusses auch das politische Mandat erhielt.

Dabei ist die Marschrichtung vorgegeben, denn eine rechtliche Prüfung hat eindeutig ergeben, dass es nur eine Lösung gibt, an die Fördermittel zu kommen: Der Hof muss wieder verkauft werden, bevor überhaupt der erste Bauarbeiter Hand anlegt. Und als öffentlich-rechtlicher Eigentümer kommt nur der Kreis in Frage. Dieses Vorgehen wurde Mitte April mit dem LLUR abgestimmt, ohne dass von dort Einwände erhoben worden wären. Um eine solche Investition zu refinanzieren, müsste der Kreis mit der Kulturstiftung eine Vereinbarung treffen, nach der diese für die Nutzung des Gebäudes eine Pacht zahlt.

Als Dirk Wenzel am Dienstag die Sitzung des Kulturausschusses verließ, hatte er zwei Aufgaben im Gepäck, die möglichst schnell erledigt werden müssen: eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Verkauf und die Suche nach eventuell doch noch möglichen Alternativen.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 12:33 Uhr

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