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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 03:25 Uhr

„Bandidos“ : Rocker-Treffen in Schleswig

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die berüchtigten „Bandidos“ zu Besuch beim neu gegründeten Unterstützerclub „Northmen“. Die Polizei verhindert eine „Saisonauftakt-Tour“.

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot ist Schleswig am Wochenende Schauplatz eines Rockertreffens gewesen. Mitglieder der berüchtigten „Bandidos“ hatten sich am Sonnabend mit Vertretern von sogenannten Unterstützergruppen verabredet. Dazu zählte auch eine neue Gruppierung, die aus Schleswig und Umgebung stammt und sich „Northmen“ nennt. Wie Polizeibeobachter feststellten, traten die „Northmen“ erstmals mit eigenen Kutten auf – ein Hinweis darauf, dass sie von den „Bandidos“ akzeptiert sind.

Auf der Facebook-Seite des „Bandidos MC Padborg“ sind eine Reihe von Fotos zu sehen, die Rocker verschiedener Clubs auf dem Gelände des „Vereins für Deutsche Schäferhunde“ am Haferteich zeigen. Unter anderem posieren dort ein „Bandido“ aus Segeberg und ein Vertreter der „Northmen“ mit ihren Kutten einträchtig nebeneinander. Das „Northmen“-Emblem zeigt einen Totenkopf mit Wikingerhelm.

„Der Motorradclub ‚Northmen‘ ist eine Neugründung und polizeilich bisher nicht in Erscheinung getreten“, teilte ein Polizeisprecher aus Flensburg mit. „Wir sind sechs, sieben Freunde, die ein bisschen Motorrad fahren wollen – mehr nicht“, erklärte ein „Northmen“-Mitglied gegenüber dem sh:z. Der Kontakt zu den „Bandidos“ sei über einen Bekannten zustande gekommen. Man habe sich zu einer gemeinsamen Tour verabredet und sich abends zum Grillen im Vereinsheim der Schäferhundefreunde getroffen. Ansonsten habe man mit dem Rockerclub nichts zu tun, versicherte der Mann aus der Nähe von Schleswig.

Schauplatz der Rockerparty: das Gelände des „Vereins für Deutsche Schäferhunde“ am Haferteich.
Schauplatz der Rockerparty: das Gelände des „Vereins für Deutsche Schäferhunde“ am Haferteich. Foto: sn
 

Während die gemeinsame Grillparty stattfand, fiel die zuvor geplante Saisonauftakt-Tour aus. Denn als sich am Sonnabend etwa 60 bis 65 Rocker auf dem Schleihallen-Parkplatz versammelten, waren sie von der Polizei überrascht worden. Diese habe „Präsenz zur Gefahrenabwehr zeigen wollen“, bevor andere Verkehrsteilnehmer durch Rocker genötigt oder belästigt werden konnten, sagte der Polizeisprecher.

Unter Leitung der Polizeidirektion Flensburg waren mehr als 50 Beamte im Einsatz, darunter Zivilkräfte und auch Schleswiger Polizisten. Ab etwa 13 Uhr wurden alle Ausfahrt- und Zufahrtstraßen zum Schleihallen-Parkplatz mit Kontrollstellen versehen. Bei den Rockern wurden nicht nur die Personalien sowie die Beschriftung ihrer Kutten überprüft – auch deren Motorräder nahmen Fachleute der Polizei unter die Lupe. Das Ergebnis: Bei 75 Prozent aller etwa 40 kontrollierten Fahrzeuge gab es technische Mängel zu beanstanden. Waffen jedoch seien bei den Untersuchungen nicht gefunden worden. Unter den Augen der Polizei verließen dann gegen 17 Uhr die Rocker den Sammelplatz. Die geplante Tour war zwischenzeitlich von den Veranstaltern abgeblasen worden.

Nach heftigen Auseinandersetzungen mit den verfeindeten „Hells Angels“ hatte das Kieler Innenministerium 2010 die „Bandidos“-Gruppe Neumünster verboten. Auch die „Hells Angels“-Vereine in Flensburg und Kiel wurden zwangsweise aufgelöst. Die Neumünsteraner „Bandidos“ wichen daraufhin unter anderem ins dänische Padborg und nach Wahlstedt bei Segeberg aus.

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erstellt am 26.Apr.2016 | 11:00 Uhr

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