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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 07:44 Uhr

von der b76 auf die B201 : Risiko für Linksabbieger

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Viele Autofahrer sehen in der Kreuzung einen Gefahrenpunkt.

Ausfahrt B  76 auf die B  201: Unser Foto veranschaulicht die Situation, die vielen Autofahrern an dieser Stelle immer wieder Angst macht, wenn dichter Verkehr herrscht. Dann nämlich, wenn sie von der B76 kommend auf die B201 nach links in Richtung Schleswig-Stadt einbiegen müssen. So wie auf dem Foto das Auto hinter dem blauen Lkw, der gerade nach rechts abbiegt. Sich jedoch nach links auf die gegenüberliegende B  201-Spur einzufädeln bei fließendem Verkehr, den man gleichzeitig im Auge behalten muss – das kostet Nerven. Und kann durchaus auch ein Unfallrisiko darstellen.

Doch Verkehrsexperten schütteln den Kopf. Nein, es gebe hier keinen Unfallschwerpunkt, und man könne nun mal nicht an allen Zu- und Ausfahrten Ampeln einsetzen, heißt es bei Behörden auf Nachfrage unserer Zeitung.

Dennoch: Autofahrer, die hinter der Hasselholmer Brücke von der B76 aus die nächste Ausfahrt zur B  201 nehmen (Höhe Firma Sanders) und in Richtung Schleswig oder Kappeln wollen, haben sehr wohl ein Problem. Dabei geht es weniger darum, wegen des fließenden Verkehrs längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Sondern vielmehr um die Gefährdung für Linksabbieger, während sie den richtigen Zeitpunkt erwischen, um hastig rüber spurten zu können. Das setzt doch einiges an Reaktionsschnelligkeit voraus. Denn auf der B  201 wird flott gefahren.

Vermutlich aus dieser Erkenntnis heraus haben die Verkehrsbehörden bereits vor einiger Zeit eine 70-kmh-Beschränkung eingeführt. Aber halten sich die B201-Nutzer auch daran, wenn sie gerade so gut in Fahrt sind? Viele eben nicht.

Wie also könnte Abhilfe geschaffen werden? Dazu Karl-Heinz Roos vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein auf Nachfrage: „An dieser Einmündung des Anschlussarmes der B76 sind die Wartezeiten, Rückstau-Längen sowie Unfallzahlen noch nicht so gravierend, dass nach technischem Regelwerk eine Lichtsignalanlage oder weitergehende Maßnahmen notwendig wären.“ Roos räumt zwar ein, dass die Einmündung „zu gewissen Spitzenzeiten stark belastet ist“, so dass insbesondere für Linksabbieger auf die B201 längere Wartezeiten und Rückstaulängen entstünden. Jedoch reiche diese Erkenntnis bei der Bemessung von Straßenknotenpunkten nicht aus, um etwa Ampeln einzurichten.

Auf Nachhaken der SN, warum dann ein kleines Stück weiter zum neuen interkommunalen Gewerbegebiet Schuby hin bereits eine Ampelanlage installiert worden sei, obwohl dort kaum Abbieger zu erkennen seien, meinte Roos: Dies sei vorsorglich geschehen, „da Prognoseberechnungen für die komplette Ausnutzung des Gewerbegebietes einen entsprechenden Bedarf sehen“.

Zur statistischen Berechnungsgrundlage der Unfallhäufigkeit teilte Schleswigs Polizeichef Ferdinand Frenzer auf Anfrage mit, dass es an der Einmündung seit 2013 insgesamt elf Unfälle gegeben habe: „In neun Fällen hat es dabei Verletzte gegeben. Dreimal passierten Unfälle beim Abbiegen von der B201 in Richtung B76 sowie bei einem Zusammenstoß mit einem aus Richtung Kappeln kommenden Pkw.“ Sieben Unfälle seien zudem beim Abbiegen in beide Richtungen registriert worden, sagte er. Frenzer sieht keinen Handlungsbedarf und gelangt zu dem Fazit: „Manchmal muss man im Straßenverkehr eben einen Augenblick länger warten. Dabei gibt es dann ungeduldige Menschen oder welche, die Fehler machen. Das kann natürlich zu Unfällen führen.“

Auch die Stadt hat sich in ihrem Verkehrskonzept mit dem Gefahrenpunkt an der Einmündung B76/B201 auseinandergesetzt, obwohl dieser Abschnitt nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt. Im Rathaus wird die interessante Möglichkeit in Betracht gezogen, den besagten Knotenpunkt „durch Umbau zu entlasten“. Das heißt: Der Verkehr von der B 76 in Richtung Schleswig sollte über eine Rampe noch vor der B201 gelenkt werden. „Somit wäre dieser Verkehrsfluss dann rechtsabbiegend“, teilt die Pressestelle mit. Insbesondere der Zielverkehr für BBZ und Stadtnorden samt Gewerbegebiet St. Jürgen würden diesen Weg wohl wählen, was dann zur Stauvermeidung im Bereich B76 Schleswig/Mitte beitragen könnte. Allerdings seien die Baukosten dafür erheblich, heißt es im Rathaus.

Ob Umbau oder Ampelanlage: nicht allein die Unfallstatistik zählt. Schon das unsichere und ängstliche Verhalten vieler Autofahrer an diesem Gefahrenpunkt birgt ein Unfallrisiko in sich.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 07:21 Uhr

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