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Schleswiger Nachrichten

01. September 2016 | 03:50 Uhr

Schleswig : Real-Einkaufszentrum darf wachsen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Trotz Bedenken wollen die Ratsfraktionen der neuen Ladenzeile am Stadtrand am Dienstag im Bauausschuss zustimmen.

Leopold Ocker vom Hamburger Immobilien-Investor Newport war etwas überrascht vom Gegenwind, der ihm entgegenblies, als er im Dezember im Bauausschuss seine Pläne für eine Erweiterung des Real-Einkaufszentrums an der Flensburger Straße vorstellte. Nach den Gesprächen mit dem Bauamt und mit Bürgermeister Arthur Christiansen hatte er mit einem Selbstgänger gerechnet.

Doch die Ratsfraktionen sahen Beratungsbedarf und vertagten die Sache erst einmal. Sie befürchteten negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Innenstadt. Heute steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Bauausschusses (ab 15 Uhr im Rathaus). Und diesmal wird Ocker die Änderung des Bebauungsplanes, auf die er hofft, wohl bekommen. Jedenfalls signalisieren sowohl SPD als auch CDU Zustimmung. Dabei haben sich ihre Bedenken nicht in Luft aufgelöst. „Verhindern lässt es sich aber sowieso nicht“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Stephan Dose. Denn schon der seit vielen Jahren gültige Bebauungsplan erlaubt es dem Grundstücksbesitzer, weitere Läden auf dem jetzt teilweise brach liegenden Südteil des Geländes zu errichten. Ohne die jetzt beantragten Änderungen müsste Newport sich nur leicht einschränken: Für die geplante neue Nospa-Filiale wäre kein Platz, und ein Technikraum müsste noch einmal neu geplant werden, weil er außerhalb der im B-Plan vorgesehenen Fläche liegt. Vor diesem Hintergrund sagt auch der stellvertretende Ausschuss-Vorsitzende Helge Lehmkuhl (CDU): „Wir stimmen der Erweiterung zu, aber mit Bauchgrimmen und weil sie sich nicht verhindern lässt.“

Die Stadtverwaltung hat mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag ausgehandelt, der festlegt, dass im Gegenzug für die Änderung des B-Plans bestimmte Arten von Geschäften, die der Innenstadt schaden könnten, ausgeschlossen werden. So war dem Vernehmen nach Media-Markt daran interessiert, aus dem Schleicenter umzuziehen in die neue Fachmarkt-Zeile bei Real. „Dass der Media-Markt jetzt erst einmal in der Innenstadt bleibt, ist natürlich erfreulich“, sagt Lehmkuhl. Dass nun aber stattdessen der Mode-Discounter Adler als größter Mieter auf 2000 Quadratmetern in der neuen Ladenzeile in den Startlöchern steht, gefällt ihm ebenso wenig wie seinem SPD-Kollegen Dose. Textilien sehen beide als klassische Innenstadt-Angebote.

Die übrigen geplanten Mieter gelten als weniger problematisch. So wird das Zoogeschäft Petersen innerhalb des Real-Geländes aus seinem bisherigen abbruchreifen Gebäude umziehen in den Neubau, und der Schuh-Park soll von der gegenüberliegenden Straßenseite ins Real-Einkaufszentrum wechseln.

Newport hatte das Grundstück 2014 zusammen mit mehreren anderen Real-Märkten in ganz Deutschland gekauft – und als Problemfall ausgemacht. „Der Standort ist von überregionaler Bedeutung“, meinte Ocker, er habe aber strukturelle Defizite, die man mit der Erweiterung nun beheben wolle. Der Mietvertrag mit Real läuft noch bis 2018 und soll im Zuge der bevorstehenden Investitionen verlängert werden.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 12:12 Uhr

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