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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Tauschbörse : Ran an Schleswigs D-Mark-Reserven

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Im Friedrichsberg wurde am Sonntag alte Währung im Wert von mehr als 20 000 Euro gewechselt.

Die Herren waren gut vorbereitet. Der Flensburger Münzensammlerverein hatte gestern zu einer Tauschbörse ins Haus der Schleswiger Awo in der Bahnhofstraße eingeladen und dabei auch angeboten, alte D-Mark-Bestände zum Kurs von 2:1 in Euro umzutauschen. Ein Angebot, das deutlich besser angenommen wurde, als es sich jemand, der sich nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt, vorstellen kann. Gut also, dass die acht angereisten Vereinsmitglieder eine Geldzählmaschine mit nach Schleswig gebracht hatten. Denn bis zum Ende der Veranstaltung gingen mehr als 40  000 D-Mark über den Tisch. „Vielleicht war es auch mehr. Das kann man jetzt noch nicht ganz genau sagen“, erklärte Vereinsvorsitzender Peter Hülsen.

Dementsprechend gehörten die alten D-Mark- und Pfennig-Münzen, auf die Eichenblätter oder Köpfe von Bundespräsidenten geprägt sind, ebenso zum Bild wie etwa Zehner-Banknoten mit der Abbildung des Mathematikers Carl-Friedrich Gauß auf der Rückseite. Aber die mehr als 100 Gäste, die im Laufe des Tages kamen, hatten auch zahlreiche Münzen dabei, die deutlich weniger bekannt sind. Darunter auch echte Raritäten. „Hier wechseln auch Stücke, die einen Wert von mehreren Hundert Euro haben, den Besitzer“, erzählte Hülse.

Neben vielen Schleswigern waren auch einige Touristen unter den Besuchern. Wer von ihnen nicht seine alten D-Mark-Bestände loswerden wollte, der hatte andere Münzen im Gepäck, um deren Wert schätzen zu lassen – und um sie am besten gleich zu verkaufen. Zur Bestimmung lagen auf den Tischen der acht Aussteller, die allesamt leidenschaftliche Sammler sind, zahlreiche Kataloge. Wenn nun ein Gast eine besonders seltene Münze im Angebot hatte, bekam natürlich derjenige den Zuschlag, der den besten Preis bot. „Wenn ein Sammler ein bestimmtes Stück unbedingt haben will, dann zahlt er natürlich mehr als ein professioneller Händler“, betonte Hülse. Genau das sei auch der Grund, warum viele Leute ihre Schmuckstücke auf Tauschbörsen und nicht bei Händlern verkauften.

Darüber reden oder in diesem Zusammenhang gar mit Namen und Foto in der Zeitung stehen, das wollte allerdings keiner der Gäste. „Muss ja auch niemand wissen, was ich hier verkauft habe und was ich dafür bekommen habe“, meinte eine ältere Dame stellvertretend für die anderen Besucher. Zumindest aber sagte sie: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

Für andere Gäste galt dieses Fazit hingegen nicht. Ein ebenfalls älteres Ehepaar etwa war mit mehreren Zwei-Euro-Münzen gekommen, in der Hoffnung, dass einige davon seltene Exemplare sind, die einen entsprechend hohen Wert haben. Darunter einige Sonderprägungen oder Münzen aus kleineren Mitgliedsstaaten der Euro-Zone. Die beiden wurden allerdings von Peter Hülse und seinen Sammlerkollegen enttäuscht. „Diese Geldstücke sind leider nur das wert, was auf ihnen drauf steht.“ So gönnte sich das Paar schließlich mit ihren litauischen und slowenischen Münzen jeweils ein Stück selbst gebackene Torte und eine Tasse Kaffee, die für die Gäste von der Awo angeboten wurden. „Eigentlich waren wir auch nur deshalb gekommen“, meinte die Dame. Aber ein bisschen traurig darüber, dass sich ihre Euro-Sammlung nicht als kleiner Schatz entpuppt hatte, schien sie dann doch zu sein.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 07:53 Uhr

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