zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

SPD im Landtagswahlkreis 6 : Ralf Wrobel will es wissen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die SPD nominiert am Mittwoch ihren Kandidaten im Wahlkreis 6 für die Landtagswahl 2017. Es gibt zwei Bewerber.

Nachdem die Kreis-CDU im Nachgang zur Kandidatenkür für die Landtagswahl 2017 im Wahlkreis 6 durch umstrittene Mitgliederwerbung zu Beginn des Jahres gehörig in Schieflage gekommen war, ist morgen die SPD am Zug. Um 19 Uhr soll in Lühr’s Gasthof in Erfde die Entscheidung fallen, wer als Kandidat für die Sozialdemokraten gegen den Dithmarscher CDU-Mann Andreas Hein antreten wird. Und weil es im Kreisverband Schleswig-Flensburg entgegen der Praxis in fast allen anderen Gliederungen der Sozialdemokraten üblich ist, die Kandidaten von den Mitgliedern wählen zu lassen, drängt sich die Erinnerung an das Debakel der CDU geradezu auf.

Denn auch in Erfde werden mit Karl-Heinz Engkusen und mit Ralf Wrobel Herausforderer aus unterschiedlichen Kreisverbänden gegeneinander antreten. Beide mussten im Vorfeld Mitglieder mobilisieren, die dann auch tatsächlich an die Wahlurne treten werden – Engkusen in Dithmarschen, Wrobel in Schleswig-Flensburg. Denn der neu geschnittene Wahlkreis 6 umfasst die Stadt Heide sowie die Ämter KLG Eider, KLG Heider Umland, Arensharde und Kropp-Stapelholm. Bei der CDU im Kreis Schleswig-Flensburg hatte diese Konstellation dazu geführt, dass sich sowohl Thomas Klömmer als auch Timo Kux (für Heike Franzen) umstrittener Methoden der Mitgliederwerbung bedienten, was letztlich beide zu Fall brachte (wir berichteten). „So etwas will ich mir auf keinen Fall nachsagen lassen“, sagt Wrobel. Er habe lediglich bei Terminen der Ortsvereine im Kreis in eigener Sache geworben.

Im Unterschied zur CDU werten Experten die Chancen eines SPD-Kandidaten, den ländlichen Wahlkreis bei der Landtagswahl direkt für sich zu entscheiden, als eher gering ein. Das bedeutet eine gewisse zusätzliche Würze, denn für den SPD-Kandidaten kommt es so vor allem auf die Platzierung auf der Landesliste an. Und da sind Kontakte und eine Hausmacht gefragt, will man sich gegen die interne Konkurrenz aus den anderen ländlichen Wahlkreisen behaupten.

Zur Erinnerung: Bei der letzten Landtagswahl 2012 errang die CDU 22 Direktmandate im ländlichen Raum, genauso viele, wie ihr Sitze im Landtag nach dem Wahlergebnis zustanden. Darüber stürzte Spitzenkandidat Jost de Jager, der zwar auf Listenplatz 1, aber ohne Wahlkreis in die Wahl ging. Die SPD hingegen gewann nur 13 Direktmandate, neun Sitze im Parlament wurden über die Liste besetzt. Davon profitierte unter anderem die Schleswigerin Birte Pauls, die von Listenplatz 14 als letzte Kandidatin gerade noch in den Landtag einzog.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist, setzt sich der Kreisverband Schleswig-Flensburg nachdrücklich dafür ein, dass Ralf Wrobel bei der Wahl im kommenden Jahr auf der Liste ein gutes Stück nach oben rutscht. 2012 war der SPD-Kreisvorsitzende in seinem Wahlkreis chancenlos gegen Heike Franzen und lag zudem aussichtslos auf Rang 31, dahinter noch Jens Maßlo (Listenplatz 35) und Bente Reimer (Platz 41). Zwar wird die neue Liste erst im Januar 2017 beschlossen, doch wie es heißt, soll Wrobel von den Genossen für seinen langjährigen Einsatz als Kreisvorsitzender und in der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD belohnt werden. Hinzu kommt, dass der 54-Jährige als verdi-Bezirksvorsitzender Schleswig-Holstein Nordost bestens vernetzt ist. „Die Gewerkschaft im Hintergrund zu haben, ist nicht das Schlechteste“, sagt dazu Birte Pauls, die als Mitglied im Landesvorstand Wrobel volle Unterstützung zusagt. Und das, obwohl sie selbst möglicherweise ebenfalls auf eine gute Listenplatzierung angewiesen sein könnte. Denn ihr neuer Konkurrent von der CDU ist der alte: Johannes Callsen.

Und Wrobels Konkurrent um die SPD-Kandidatur im Wahlkreis 6? Karl-Heinz Engkusen ist 66 Jahre alt und selbstständig. 40 Jahre ist er Mitglied der Gewerkschaft IG Metall und seit 1980 bei der SPD. Während der gelernte Straßenwärter Wrobel den Kampf um eine bessere Infrastruktur in den Vordergrund seiner Bewerbung stellt, sieht Engkusen als Unternehmer sein Wirkungsfeld vor allem in der Wirtschaftspolitik. Er ist wie Wrobel als Gemeindevertreter und im Kreisvorstand seiner Partei aktiv.

Bei aller Vergleichbarkeit der Rahmenbedingungen: Eines unterscheidet die Nominierungs-Runde der SPD von jener der Christdemokraten. Bei der CDU traten drei Bewerber an, zwei von ihnen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg, so dass nach dem ersten Wahlgang eine Stichwahl nötig wurde. Bei der SPD hat sich dieses Problem erübrigt, seit der Heider Stadtrat Dirk Diedrich seine Kandidatur frühzeitig zurückgezogen hat.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 13.Jun.2016 | 12:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen