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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 16:38 Uhr

Helios-Klinikum Schleswig : Psychiater wird Ärztlicher Direktor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sebastian Rudolf repräsentiert künftig die Ärzteschaft im Akutkrankenhaus und in den psychiatrischen Einrichtungen.

Schleswig | Erstmals in der Geschichte des Schleswiger Krankenhauses steht ein Psychiater an der Spitze der Ärzteschaft des gesamten Helios-Klinikums. Dr. Sebastian Rudolf, Chefarzt für Psychiatrie und Psychosomatische Medizin in der Fachklinik, hat gestern den Posten des Ärztlichen Direktors von seinem Vorgänger, dem Radiologen Dr. Andreas Hohmann, übernommen. Bisher hatte es stets einen Ärztlichen Direktor sowohl für das Akut-Krankenhaus als auch einen für die Psychiatrie in der Fachklinik gegeben. Dass nun beide Bereiche durch Sebastian Rudolf allein repräsentiert werden, wurde als „richtiger Schritt in die Zukunft“ bezeichnet.

Rudolf bedankte sich vor Kollegen und Mitgliedern der Klinik-Geschäftsführung für das Vertrauen, dass man ihm entgegenbringe. Dass die Vernetzung zwischen Akutkrankenhaus und Psychiatrie-Klinik in Schleswig weiter voran getrieben wird, sehe er als „großes Potential für das gesamte Klinikum“. „Denn Kopf, Seele und Körper eines Patienten kann man nicht voneinander trennen, für die ganzheitliche Gesundung ist geballte medizinische Kompetenz erforderlich“, sagte Rudolf. Ob körperliche Gebrechen oder seelische Erkrankungen oder beides zusammen – gefragt seien Spezialisten, die bei der Behandlung ihrer Patienten kooperierten. Im Helios-Klinikum sei es längst gängige Praxis, dass im Bedarfsfall etwa ein Kardiologe Hand in Hand mit Psychotherapeuten oder Psychologen arbeite. Dieses Zusammenspiel sei erforderlich, weil Wechselwirkungen bestehen zwischen seelischen und körperlichen Erkrankungen. Rudolf: „Wissenschaftlich erwiesen ist, dass beispielsweise Herzinfarktpatienten ein dreifach höheres Risiko für Depressionen haben. Und Patienten mit nicht behandelter Depression sterben im statistischen Durchschnitt 17 Jahre früher.“

Die psychiatrischen Kliniken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Schleswig gehören zu den größten und professionellsten in ganz Deutschland. Rudolf: „Das Tolle ist, dass diese Klinik und ihre Mitarbeiter nur gut 20 Meter vom Akutkrankenhaus entfernt sind und beide Kliniken ihre jeweilige Fachkompetenz einbringen können.“

Die ganzheitliche Betrachtung des Patienten stellte auch Andreas Hohmann in den Mittelpunkt seiner Abschiedsrede als Ärztlicher Direktor. Er gibt den Posten nach drei Jahren ab, um „sich als Chefarzt wieder verstärkt auf seine radiologische Abteilung konzentrieren zu können“, wie er sagte. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Sebastian Rudolf – „denn die ist erprobt“.

John Friedrich Näthke, Geschäftsführer des Helios-Klinikums Schleswig, bedankte sich bei Hohmann für die „stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit“.

Welche Rolle spielt ein Ärztlicher Direktor? Und welche Ziele hat sich Sebastian Rudolf gesetzt? „Ein Krankenhaus ist ein hochkomplexes Gebilde mit vielen Spezialisten. Da gilt es, auftretende Engpässe oder auch Unstimmigkeiten zwischen Mitarbeitern rechtzeitig zu beheben, etwa durch Gespräche.“ Die Aufgabe eines Ärztlichen Direktors sei es nicht, wie ein Klassensprecher zu agieren und die Ärzteschaft gegenüber der Geschäftsführung zu vertreten, erklären Hohmann und Rudolf gegenüber den SN. Vielmehr sei man Teil der Klinikleitung und habe dabei gegenüber dem eher kaufmännisch geprägten Geschäftsführer die medizinischen Erfordernisse zu berücksichtigen.

Aber auch Beschwerden von Patienten und deren Angehörigen werden von diesem Leitungsgremium der Klinik „sehr ernst genommen“, versichern Näthke und Rudolf. „Wenn Probleme da sind, bemühen wir uns gemeinsam um eine Lösung, die von den Betroffenen akzeptiert werden kann.“

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erstellt am 22.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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