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Schleswiger Nachrichten

27. Juni 2016 | 17:01 Uhr

Schleswig : Perfekt: Stadt kauft Hertie-Haus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kaufpreis 1,74 Millionen: Die Stadt Schleswig hat am Freitag das leer stehende Hertie-Kaufhaus geplant. Das Land soll einen Zuschuss geben.

Die Sensation, und davon kann man in diesem Fall tatsächlich sprechen, ist perfekt: Die Stadt hat das Hertie-Haus samt Gelände gekauft. Ein entsprechender Vertrag wurde gestern Mittag im Büro des Schleswiger Notars Michael Schlüter unterschrieben. Neben Bürgermeister Arthur Christiansen war zu diesem Anlass auch Sebastian Mogos-Lindemann von der Firma CR Investment aus Berlin, dem zentralen Vermarkter der ehemaligen Hertie-Immobilien, vor Ort. Der Besitzerwechsel wurde gestern bereits offiziell im Grundbuch eingetragen.

Damit ist der Wendepunkt einer für viele Schleswiger gefühlt unendlichen Geschichte erreicht. Denn bereits seit dem Jahr 2009 steht das mit Abstand größte und markanteste Kaufhaus der Stadt leer, nachdem die Hertie-Kette pleite gegangen war. Seitdem verwahrlost der riesige Klotz am westlichen Ende der Fußgängerzone zusehends – und steht damit für viele Schleswiger sinnbildlich für ein Aussterben der Innenstadt. Entsprechend „erleichtert“ äußerte sich gestern Bürgermeister Christiansen auf SN-Nachfrage: „Ja, wir haben gekauft. Wir freuen uns. Denn jetzt haben wir endlich Handlungshoheit. Darauf haben wir in den letzten Monaten hingearbeitet.“

Was nun in Zukunft konkret mit dem Gebäude und dem Grundstück geplant ist, dazu wollte er sich nicht weiter äußern. Bereits am kommenden Montag werde die Stadt jedoch weitere Details zu den Plänen bekanntgeben. Nur so viel: Es gebe bereits zahlreiche Ideen.

Dass die Stadt überhaupt in die Situation kam, das Hertie-Haus (zuvor Karstadt) zu kaufen, liegt in erster Linie an den Ergebnissen von zwei neuen Wertgutachten, die kürzlich erstellt wurden. Beide – das eine war von CR Investment, das andere vom Amtsgericht in Auftrag gegeben worden – bezifferten den Wert des Kaufhauses auf deutlich unter zwei Millionen Euro (zuvor stand jahrelang ein Preis über drei Millionen Euro im Raum). Konkret geht es offenbar um 1,74 Millionen Euro. Diesen Preis hat die Stadt nach SN-Informationen am Ende auch tatsächlich bezahlt. Dabei profitiert sie allerdings von Fördergeldern, die im Rahmen der geplanten Innenstadt-Sanierung vom Land an die Schlei fließen.

Klaus-Peter Jeß, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL), zeigte sich von der Nachricht, dass es mit dem Kauf tatsächlich geklappt hat, überrascht: „Ich habe es schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt, dass da mal was passiert.“ Dass die Stadt nun aber Nägel mit Köpfen gemacht hat, findet er „einfach großartig.“ Das sei ein echter Segen für Schleswig, „denn dadurch eröffnen sich ganz neue Perspektiven für die Innenstadt“. Insbesondere weil der Hertie-Komplex in Blickrichtung zu den Königswiesen liege und gleichzeitig das Entree für den Stadtweg ist, sei eine Aufwertung des Standortes immens wichtig, auch für die umliegenden Geschäfte. „Endlich“, sagt deshalb auch Stadtmanager Rüder Knospe: „Dieser Schritt ebnet den Weg zu einer positiven Entwicklung der Innenstadt.“

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erstellt am 19.Mär.2016 | 13:30 Uhr

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