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Schleswiger Nachrichten

28. Juli 2016 | 06:42 Uhr

Bundes-Behindertenbeauftragte in Schleswig : Patronin aus Bayern fürs Landesförderzentrum Sehen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Bundes-Behindertenbeauftragte und Paralympics-Siegerin Verena Bentele betrachtet Schleswiger Schule als Vorbild.

Verena Bentele verbrachte ihre komplette Schulzeit an bayerischen Förderschulen – zusammen mit anderen Kindern, die blind waren wie sie. Als sie nach dem Abitur begann, an der Münchener Universität Literaturwissenschaften zu studieren, war die Umstellung gewaltig. Auch deshalb interessiert sich die 33-Jährige, die seit dem vergangenen Jahr Behindertenbeauftragte der Bundesregierung ist, besonders für die Arbeit des Landesförderzentrums Sehen in Schleswig. Die Einrichtung in der Lutherstraße betreut blinde und sehbehinderte Schüler in ganz Schleswig-Holstein in den Regelschulen an ihren Heimatorten – und das schon seit mehr als 30 Jahren.

Im Mai wurde das Förderzentrum mit dem renommierten Jakob-Muth-Preis für Inklusion ausgezeichnet. Bentele war Mitglied der Jury. „Ich wollte mir das Haus unbedingt einmal selbst anschauen“, sagte die SPD-Politikerin, als sie dieses Vorhaben gestern Vormittag in die Tat umsetzte. Ihr Interesse galt dabei auch dem Sportunterricht, gewann Bentele doch zwischen 1998 und 2010 bei den paralympischen Spielen zwölf Goldmedaillen im Biathlon und im Ski-Langlauf. „Über den Sport habe ich eine Teil der Inklusions-Erfahrungen machen können, die an meiner Schule nicht möglich waren“, sagte sie. Zuvor hatte ihr Ninja Spielberg, eine ehemalige Schülerin des Landesförderzentrums, von ihren Erfahrungen berichtet. Die junge Frau studiert seit diesem Semester Soziale Arbeit an der Kieler Fachhochschule – und bekommt für eine Übergangszeit weiterhin Unterstützung aus Schleswig.

Schulleiter Josef Adrian erhofft sich vom Besuch der Behindertenbeauftragten eine Stärkung seines Hauses. „Wir haben Frau Bentele gebeten, über uns zu wachen, damit wir langfristig eigenständig bleiben“, sagte er. In den vergangenen Jahren hatte es Überlegungen gegeben, das Landesförderzentrum Sehen mit dem benachbarten Landesförderzentrum Hören und Sprache zu fusionieren.

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erstellt am 12.Sep.2015 | 07:58 Uhr

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