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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 07:13 Uhr

Schleswig : Obergrenze für G9-Fünftklässler

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einstimmiger Beschluss für Kapazitätsbegrenzungen an den Schulen: An der Domschule werden künftig nicht mehr als 116 Sextaner aufgenommen.

Dass die Kapazitätsgrenzen für Fünftklässler an der Domschule gesprengt werden – das dürfte beim nächsten Anmeldetermin im kommenden März kaum wieder passieren. Denn im Gegensatz zur Situation in diesem Frühjahr, als nach massiven Elternprotesten alle angemeldeten Schüler trotz des festgelegten Aufnahme-Limits aufgenommen wurden, weil das Kultusministerium ein Machtwort gesprochen hatte, sieht die Lage jetzt etwas anders aus. Denn auch Domschuldirektor Georg Reußner hebt die Hände und sagt: Keine weiteren Raumreserven mehr als für die festgelegten vier Klassen. Nur bis zu 116 Sextaner könnten künftig an der Domschule aufgenommen werden.

Einvernehmlich wurden daher im Schulausschuss jetzt die Kapazitätsgrenzen für alle Schleswiger Schulen beschlossen. Es bleibt dabei: Die Domschule hält mit ihrem G9-Angebot vier Klassen im fünften Jahrgang bereit, obwohl die Nachfrage in den vergangenen Jahren deutlich höher war.

So hatten sich im vergangenen Frühjahr 142 Fünftklässler an der Domschule angemeldet – also 26 mehr, als es die Kapazitätsregel erlaubte. Etliche Eltern der abgewiesenen Schüler waren daraufhin in den öffentlichen Widerstand gegangen. Doch erst als Reußner durch Umschichtungen zusätzlichen Raum im Schulgebäude schaffen konnte, machte das Ministerium den Weg frei für die Aufnahme aller angemeldeten Kinder.

Damit sich diese Art der Auseinandersetzung nicht wiederholt, hatte die Stadt um Klärungsgespräche mit dem Bildungsministerium gebeten. So kam man überein, dass fortan alle Schleswiger Schulen jeweils vor dem neuen Schuljahr ihre Raumkapazitäten selbst ermitteln und diese der Stadt dann mitteilen. Danach soll sich nun die Aufnahmemöglichkeit an jeder Schule bemessen.

Während die Obergrenze an der Domschule bei nunmehr vier Klassen feststeht, gibt es an der Lornsenschule, die den G8-Weg verfolgt, keinerlei Begrenzungen. Was daran liegt, dass sie in den vergangenen Schuljahren ohnehin sinkende Anmeldungen von Fünftklässlern zu verzeichnen hatte. Interessant bei beiden Schleswiger Gymnasien ist der hohe Anteil an Fahrschülern aus dem Kreisgebiet, wie die aktuelle Schulstatistik vom September zeigt. Danach hat die Lornsenschule insgesamt 843 Schüler, wovon allein 577 aus dem Umland kommen. Und von den insgesamt 908 Domschülern sind es 730 Fahrschüler aus dem Kreisgebiet, also etwa 80 Prozent aller Schüler.

Bei den Gemeinschaftsschulen wurden die Kapazitätsgrenzen bestätigt: Die Bruno-Lorenzen-Schule (Gesamtzahl: 613 Schüler) verfährt ebenso wie die Dannewerkschule (460 Schüler) vierzügig. Bei der Gallberg-Gemeinschaftsschule hingegen ist Luft nach oben, sie hat keinerlei Kapazitätsfestlegung.

Bei den vier Schleswiger Grundschulen einigte man sich auf eine Zweizügigkeit für Erstklässler an der St.- Jürgen-Schule (167 Schüler) sowie auf eine Dreizügigkeit an der Wilhelminenschule (203 Kinder). Die Bugenhagenschule (derzeit 218) sowie die Schule Nord (185) haben keine Limitierung.

Mit den von den Schulen verfassten Raumnutzungsplänen möchte die Stadt erreichen, dass keine Engpässe entstehen und auch, dass sie keine Kosten für etwaige An- oder Umbauten aufwenden muss. „Die Gesamtkapazität an unseren Schleswiger Schulen ist angemessen und ausreichend“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

So werden der Elternwille und die freie Schulwahl dort an Grenzen stoßen, wo die räumliche Situation an der Schule ihrer Wahl keine weiteren Klassen zulässt. Auf SN-Nachfrage an der Domschule, ob sie denn vor diesem Hintergrund in Erwägung ziehe, G9-Klassen auszulagern, um so künftig dem Schüleransturm gerecht zu werden, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Karin Wille: „Nein, das diskutieren wir nicht. Es wäre auch schwierig, dies im Schulalltag umzusetzen. Zudem würde man bei zusätzlichen Schülern nicht nur mehr Klassenräume, sondern auch die entsprechenden Fachräume benötigen.“ Unsicher ist natürlich, ob auch im kommenden Schuljahr mehr Eltern als vorgesehen für ihren Nachwuchs den G9-Weg am Gymnasium bevorzugen und deshalb ihre Anmeldung an die Domschule richten. Nach welchen Kriterien wählt die Domschule dann aus unter den Bewerbungen? Karin Wille: „Das richtet sich danach, dass wir eine Klasse für den altsprachlichen Zweig zusammenstellen möchten, dass wir Hochbegabte nehmen und dass wir Geschwisterkinder berücksichtigen. Danach schließlich entscheidet das Los.“

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erstellt am 19.Nov.2016 | 12:45 Uhr

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