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Schleswiger Nachrichten

25. Juni 2016 | 23:27 Uhr

Wahl in Handewitt : Nur ein Bürgermeisterkandidat

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wenn am 2. Februar in Handewitt ein neuer Verwaltungschef gewählt wird, taucht nur Thomas Rasmussen auf dem Wahlzettel auf – Gegenkandidaten gibt es keine.

„Er ist schier“, sagte Gemeindewahlleiter Helge Höger und empfahl dem Gemeindewahlausschuss gestern, den gemeinsam von CDU, KWG und Grünen am 25. November eingereichten Vorschlag zuzulassen. Nach dem einstimmigen Votum war endgültig klar, dass es bei der Handewitter Bürgermeisterwahl am 2. Februar nur einen Kandidaten gibt: Thomas Rasmussen. Auf dem Stimmzettel tauchen nicht mehrere Namen auf, sondern „Ja“ oder „Nein“. Wenn der einzige Bewerber die Mehrheit der gültigen Stimmen erhält, ist er gewählt und kann im März vereidigt werden. Sollten die Nein-Stimmen überwiegen, müsste ein neues Bewerbungsverfahren initiiert werden und der Gemeinderat – nicht das Wahlvolk – eine Entscheidung treffen.

Für Rasmussen, der der gestrigen Sitzung beiwohnte, dürfte diese „Ein-Mann-Kür“ überraschend sein. Von einem Wahlsieg wollte er noch nichts wissen. „Ich werde jetzt gewiss keinen Gang zurückschalten“, so der 47-Jährige. „Ich möchte nun eine möglichst breite Unterstützung aller Handewitter erreichen. Das Wahlkampf-Format, das ich mir vorgenommen habe, werde ich wie geplant durchziehen.“ Fest terminiert sind zwei Info-Veranstaltungen, eine am 8. Januar im Freizeitheim Weding, die andere eine Woche später im Foyer der Gemeinschaftsschule.

Dagegen sollen die zehn großen Plakat-Wände – wie sonst vor Wahlen üblich – diesmal nicht aufgestellt werden. Stattdessen sagte die Verwaltung dem Kandidaten Rasmussen zu, an insgesamt 40 Stellen im Gemeindegebiet plakatieren zu dürfen. „Ein falsches Zeichen“, meinte Kaj Clausen (SSW). „Das ist eine ,Lex Bürgermeister-Wahl’, dabei haben wir eine grundsätzliche Übereinkunft.“

Offen bleibt die Frage, warum die im August bundesweit ausgeschriebene Stelle so wenig Resonanz fand. Es gingen nur zwei Anfragen ein. Eine blieb gänzlich ohne Folgen, die andere stammte von Britta von der Wehl (50). Die Oberverwaltungsrätin aus Nürnberg hatte schon 2008 ihren Hut in den Ring geworfen und gegen Arthur Christiansen verloren. Jetzt liebäugelte sie mit einem zweiten Anlauf in ihrer Heimatgemeinde. Sie kontaktierte die fünf im Gemeinderat vertretenen Parteien – ohne durchschlagenden Erfolg.

Nur der SSW lud sie mit Rasmussen zu einem „Sondierungsgespräch“ ein. „Ich hätte mir als unabhängige Kandidatin mit dem SSW auch eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit vorstellen können“, teilte von der Wehl nun mit. „Aber leider nicht mit dem Rest der im Handewitter Gemeinderat vertretenen Parteien und der KWG.“ Ihnen warf sie einen „durchweg unprofessionellen und zutiefst undemokratischen Umgang“ mit ihrer Bewerbung vor. Dadurch sei in ihr die Befürchtung gewachsen, im Falle einer Wahl gegen zu viele Widerstände ankämpfen zu müssen. „Dies würde mich auf Dauer gewiss zermürben.“

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erstellt am 20.Dez.2013 | 19:10 Uhr

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