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Schleswiger Nachrichten

10. Dezember 2016 | 00:08 Uhr

Immobilienpreise im Kreis Schleswig-Flensburg : Noch viel Potenzial für Neubauten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kreis stellt Immobilienmarktbericht vor: Einfamilienhäuser und Wohnungen stark gefragt. Preise für Ackerland gehen langsam zurück.

„Es gibt noch viel Wohnbaupotenzial im Kreisgebiet, aber damit die Gemeinden das nutzen können, muss sich in der Landesplanung etwas bewegen.“ Zu diesem Schluss kam Wolfgang Buschmann, der Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg, bei der Vorstellung des Immobilienmarktberichts.

Der Werk umfasst 80 Seiten voller Zahlen, Grafiken und Erläuterungen. Darin sind alle Käufe und Verkäufe von Grundstücken, Häusern, Wohnungen und Gewerbeimmobilien zusammengefasst und statistisch ausgewertet worden. Die Arbeit wurde durch den Gutachterausschuss geleistet, dessen Aufgabe es ist, Umsatz- und Preisentwicklungen darzustellen und so für Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu sorgen. Der Bericht richtet sich an Bürger, die Grundeigentum kaufen oder verkaufen wollen, an die Immobilienwirtschaft und die öffentlichen Verwaltungen.

Buschmann zog nach Lektüre des Werks für das Kreisgebiet ein durchaus positives Urteil: „Die Auswertungen zeigen, dass selbst scheinbar entlegene Bereiche unseres Kreises für viele Menschen attraktiv sind.“ Er machte allerdings auch deutlich, dass weiter an den Grundlagen dieser Attraktivität gearbeitet werden müsse. Wenn Menschen sich für ein Leben außerhalb der Zentren oder deren Umland entscheiden, müsse die Infrastruktur stimmen: Die Verkehrsverbindungen, die Einkaufsmöglichkeiten, Erreichbarkeit von Ärzten, Kita-Plätze und nicht zuletzt die Breitband-Versorgung. „Wir als Kreis haben nicht auf alle Bereiche Einfluss, können aber beispielsweise in Sachen Mobilität und medizinischer Versorgung beratend und steuernd tätig werden.“

Aber auch unter den aktuellen Bedingungen gibt es nach Auskunft des Landrats viele Nachfragen nach Wohnraum und Bauplätzen. Buschmann wies in diesem Zusammenhang noch einmal auf die gescheiterte Kooperation zwischen der Stadt Flensburg und den Gemeinden des so genannten ersten Siedlungsringes hin. Die Vereinbarung wurde von den Gemeinden gekündigt, nachdem die Stadt eine Bezahlung dafür gefordert hatte, dass sie die Berechtigung ins Umland abgibt, neue Wohngebiete auszuweisen. Obwohl es genügend Anfragen gibt, liegt der Zuzug von Neubürgern seitdem auf Eis. Buschmann rechnet damit, dass sich das Innenministerium in dieser in dieser Angelegenheit im November öffentlich äußert.

Der Landrat nimmt aber auch alle Gemeinden im Kreisgebiet in die Pflicht, wenn es darum geht, den Fokus der Landesplanung in den ländlichen Raum zu richten. „Kooperationen in vielen Bereichen über Gemeinde- und auch Amtsgrenzen hinaus können durchaus dazu beitragen, dass diese sich besser entwickeln können.“

Der Bereich weist nach Auskunft von Jasper Thiesen, Vorsitzender des Gutachterausschusses, bei Bauland einen Umsatz von 25,4 Millionen Euro für 36,4 Hektar aus, der Durchschnittspreis pro Quadratmeter liegt bei 70 Euro, Spitzenwerte werden mit 400 Euro in Port Olpenitz erzielt.

Im Jahr 2015 wurden rund 145,4 Millionen Euro mit Einfamilienhäusern umgesetzt. Die Preise stiegen gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent, der Durchschnitt lag bei 149  000 Euro – etwa 1400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Ein großer Teil des Berichts beschäftigt sich mit der Landwirtschaft. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Preisanstieg beim Ackerland seinen Zenit überschritten hat“, erklärte Thorsten Roos, beim Kreis zuständig für Entwicklung, Bau und Umwelt. Den Höhepunkt hatten die Preise für Acker-, Grünland und Wald 2013 erreicht, im abgelaufenen Jahr lag der Durchschnittspreis bei 38  000 Euro pro Hektar. Insgesamt wechselten 737 Hektar den Besitzer. Zum Vergleich: 2008 hatte der Durchschnittspreis für den Hektar noch bei knapp über 15  000 Euro gelegen. „Die Käufe und Verkäufe sind allerdings nur ein Teil der Bewegungen“, erklärte Roos, mindestens im gleichen Umfang sei es zu Verpachtungen gekommen.

Der Immobilenmarktbericht ist beim Kreis Schleswig-Flensburg für eine Gebühr von 50 Euro in elektronischer Form zu erwerben.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 11:00 Uhr

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