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Schleswiger Nachrichten

07. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

Nieby: Ja zum Reetdorf Geltinger Birk

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Tiefer Riss in der Gemeindevertretung / Entscheidung mit 5:4 Stimmen für das Großprojekt am Naturschutzgebiet

Die Würfel sind gefallen: Dem Bau des „Reetdorfs Geltinger Birk“ auf der ehemaligen Sandkoppel-Kaserne mit 41 noblen Ferienhäusern steht nichts mehr im Weg. Die letzten drei Schritte auf dem Genehmigungsweg tat am Mittwochabend im vollbesetzten Falshöfter Dorfgemeinschaftsraum die Niebyer Gemeindevertretung mit ihrer knappen Zustimmung zum sogenannten „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“. Doch bis zuletzt blieb der tiefe Riss deutlich sichtbar, der die beiden Niebyer Fraktionen spaltet. Denn die vier Vertreter der Freien Wähler Nieby (FWN) stimmten sowohl gegen den Abwägungsbeschluss als auch gegen den Durchführungsvertrag und den abschließenden Satzungsbeschluss. Das bedeutete: Bürgermeister Volker Lippert und seine vier Mandatsträger von der Kommunalen Wählergemeinschaft (KWG) sorgten mit ihrer Ein-Stimmen-Mehrheit dafür, dass das Großprojekt nicht noch zu Fall gebracht wurde.

Im Vorlauf zu dieser Entscheidung erläuterte Planer Sönke Groth, welche öffentlichen Träger sich mit Stellungnahmen und Bedenken zu Wort gemeldet hatten. Beispielsweise befürchtete der Nabu Ostangeln eine Zunahme des Besucherdrucks auf die Geltinger Birk und einen Verlust an Brutplätzen für Seevögel. Doch laut Groth werde im Reetdorf jährlich bei kalkulierten etwa 47  000 Übernachtungen kein nennenswerter Zustrom auf das Naturschutzgebiet erwartet. Als „nicht relevant“ werden in der Abwägung auch die vom Nabu erwähnten Störungen des Vogelzugs zurückgewiesen. Und die Brutvögel auf den Brutinseln gelten als „unempfindlich“. Die Ostangelner Nabu-Kritiker bleiben bei ihrer Auffassung, dass eine komplette Rückgabe des maroden Ex-Kasernengeländes an die Natur der bessere Weg gewesen wäre. Inzwischen ist dieses Areal aus dem Status des Landschaftsschutzgebiets entlassen worden. Was die Raumordnung betrifft, so hat die Landesplanungs-Behörde das Ganze als „geordnet“ eingestuft.

Im Durchführungsvertrag wird von Investor Norbert Essing (Gut Roest) verlangt, dass er innerhalb von sechs Jahren sein Projekt abgeschlossen hat. Die Freien Wähler mit ihrem Sprecher Ulrich Fengler versuchten erfolglos, diese Frist auf drei Jahre zu verkürzen. Bürgermeister Lippert wies den Vorwurf der Kritiker energisch zurück, er habe gegen sie eine „Blockade“ errichtet und Informationen vorenthalten. Verwaltungschef Gerd Aloe: „Wir haben im Amt den Entwurf für die Gemeinde erarbeitet.“ Jeder Gemeindevertreter verfüge über alle Unterlagen.

Nach Klärung weiterer Detailfragen stand dann das knappe „Ja“ zum Reetdorf fest. Norbert Essing zeigte sich erleichtert. „Das waren zwei mühevolle Jahre Arbeit“, sagte er auf unsere Nachfrage. Jetzt wartet er noch auf die letzte behördliche Zustimmung zum Bebauungsplan, ehe er die Erschließungsarbeiten auf der Sandkoppel in Auftrag geben kann.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 16:34 Uhr

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