zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

23. Juli 2016 | 16:59 Uhr

Schleswiger Rathaus : Neujahrsempfang mit Blick nach Norden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Siegfried Matlok, ehemaliger Chefredakteur des „Nordschleswiger“, wirbt um Verständnis für die dänische Sicht auf die Flüchtlingspolitik.

Nach Gregor Gysi und Torsten Albig in den beiden vergangenen Jahren war gestern Abend Siegfried Matlok der Gastredner, der frühere Chefredakteur des „Nordschleswiger“, der deutschsprachigen Zeitung im Süden Dänemarks. Was den Promi-Faktor betrifft, war also Diätkost angesagt auf dem Neujahrsempfang im Ständesaal des Rathauses.

Die Bürgervereine Schleswig und Friedrichsberg und die Stadt Schleswig hatten den Gast bereits vor Monaten eingeladen. Nun war Matlok plötzlich genau der richtige Mann für ein brandaktuelles Thema. Viele der rund 200 geladenen Gäste warteten gespannt darauf, was der 70-jährige Journalist zur Wiederaufnahme der Ausweiskontrollen an der deutsch-dänischen Grenze sagen würde. Doch sie mussten Geduld haben. Matlok begann mit einem weiten Bogen mit vielen Jahreszahlen und Namen aus der Geschichte des Grenzraums in den beiden letzten Jahrhunderten. Erst nachdem er dargelegt hatte, wie gut sich das Verhältnis der beiden Nachbarländer entwickelt hat, wandte er sich den aktuellen Problemen zu. Dabei nahm der Vertreter der deutschen Minderheit in Nordschleswig eine dezidiert dänische Perspektive ein. „Ich möchte die Dänen vor dem Vorwurf verteidigen, sie seien fremdenfeindlich“, sagte er. So sei zum Beispiel in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ am Montagabend „kein faires Dänemark-Bild gezeichnet worden“. Flüchtlinge seien willkommen, Asylsuchende würden nicht abgewiesen. „Dänemark ist nicht Ungarn.“ Matlok sagte aber auch, dass der Grenzregion ein schwerer Schaden entstehen würde, wenn die Ausweiskontrollen zu einem dauerhaften Zustand würden.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzenden der Bürgervereine, Reimer Witt (Friedrichsberg) und Wolfram Weiß (Schleswig) hatte zuvor Bürgervorsteher Eckhard Haeger die hoffnungsvolle Entwicklung der Stadt Schleswig im vergangenen und in diesem Jahr in den Mittelpunkt seiner Rede gestellt – von der bevorstehenden Grundsteinlegung für die neue Friedrichsberger Feuerwache am Karpfenteich bis hin zum Erhalt der „Heimat“ auf der Freiheit. Sogar zur Hertie-Ruine im Stadtweg fiel ihm etwas Positives ein: „Auch da glaube ich, dass der Bürgermeister intensiv am Arbeiten ist, um eine Lösung zu finden.“

zur Startseite

von
erstellt am 12.Jan.2016 | 07:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen