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Schleswiger Nachrichten

26. Juli 2016 | 16:06 Uhr

Sanierungsarbeiten am Schloss : Neuer Glanz für Gottorfs Innenhof

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Brunnen, Fassade und Hauptportal wurden in den vergangenen Monaten mit viel Aufwand restauriert.

Von einer grauen Maus zum echten Hingucker: So könnte man die Verwandlung zusammenfassen, die der Innenhof von Schloss Gottorf in den vergangenen Monaten erlebt hat. „Wir haben diesen Platz unglaublich aufgewertet. Das hat sich gelohnt“, sagt Guido Wendt, der kaufmännische Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen. Fast 400  000 Euro haben die Restaurierungsarbeiten gekostet, die jetzt offiziell beendet wurden.

Im Mittelpunkt stand dabei der Wandbrunnen aus dem 17. Jahrhundert, der im Innenhof an der Nordfassade des Schlosses steht. Jahrelang stand er unscheinbar und sanierungsbedürftig dort, auch der Wasserlauf funktionierte nicht mehr. Mehrere Experten hatten sich bereits seit Ende vergangenen Jahres seiner angenommen. Den Löwenanteil der Arbeit übernahmen dabei Restauratorin Stephanie Silligmann aus Brunsbek (Kreis Stormarn), Steinmetz Ralf-Rainer Schmalstieg aus Hannover und Bildhauer Josef Hirschfeld aus Hamburg – teils im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Hirschfeld hatte zwei Sandsteinlöwen, die einst links und rechts des Brunnen standen und inzwischen stark verwittert oder komplett zerstört waren, innerhalb von zwei Monaten nachgebildet, zum Teil in freier Rekonstruktion. Stephanie Silligmann hingegen hat sich in erster Linie um den Brunnen gekümmert, der einst im Auftrag von Friedrich IV. (dem letzten Gottorfer Herzog, der hier auch residierte) im Hof aufgestellt wurde. „Die Arbeiten waren sehr umfangreich. Da mussten Steine und Fugen ausgetauscht und Verschalungen entfernt werden“, erzählt Silligmann, die im November vergangenen Jahres erstmals auf Gottorf ihre Werkzeuge in die Hand nahm. Viel zu tun gab es dabei auch an dem Fisch, der Wasser speit, und an dem großen Wappen, das unter anderem in kleinster Detailarbeit mit einem frischen Farbanstrich versehen wurde. „Jetzt sieht der Brunnen wieder so aus wie zu der Zeit, als er aufgestellt wurde“, sagt Silligmann.

Parallel dazu wurden auch die Fassaden im Innenhof (insbesondere an der Süd- und an der Ostseite) neu angestrichen und leuchten nun in hellem Weiß. Ebenfalls hat man mehrere Fenster ausgetauscht und Rahmungen überarbeiten lassen. Zu guter Letzt wurde auch das Hauptportal restauriert. Die große Tür aus Eichenholz aus der Zeit der Neo-Renaissance (Ende des 19. Jahrhunderts) war im Laufe der Jahre stark verzogen und offenbarte dadurch, dass sie der Sonne ausgesetzt ist, große Risse. Auch hier hatten die Restauratoren also einiges zu tun.

„Hier waren in den vergangenen Monaten viele verschiedene Akteure am Werk. Da mussten viele Rädchen ineinander greifen. Schön, dass alles so reibungslos geklappt hat“, zog Wendt eine positive Abschlussbilanz. Neben den Gottorf-internen Fachleuten waren unter anderem Mitarbeiter des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein (GMSH) und der Landesdenkmalschutzbehörde in die Planung und Umsetzung der Arbeiten involviert. Rund ein Viertel der Kosten (107  000 Euro) wurden durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Der Rest wurde aus dem Grundhaushalt der Landesmuseen finanziert. „Von unseren Besuchern bekommen wir schon jetzt positive Rückmeldungen auf die Renovierungsarbeiten. Und diese sind für das gesamte Museum auch äußerst wichtig. Denn auch das Schloss selbst ist ja ein wichtiges Exponat, das gepflegt werden muss“, betonte Carsten Fleischhauer, stellvertretender Direktor des Landesmuseums.

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erstellt am 01.Sep.2015 | 07:14 Uhr

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