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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 03:07 Uhr

Schleswig : Neue Räume für die Bücherei?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In zweieinhalb Jahren läuft der Mietvertrag für die Stadtbücherei aus. Was dann passiert, ist offen.

Anderthalb Jahre lang, sagt Steffanie Hildebrandt, versuche sie, von Bürgermeister Arthur Christiansen eine Auskunft darüber zu bekommen, wie lange der Mietvertrag für die Räume der Stadtbücherei in der Moltkestraße noch läuft und ob die Stadt eine Kündigungsfrist beachten muss, wenn sie den Vertrag auflösen möchte. Anderthalb Jahre lang habe sie vergeblich auf eine Antwort gewartet. Jetzt stellte die CDU-Ratsfrau die Frage noch einmal öffentlich im Finanzausschuss, dessen Vorsitzende sie ist. Aus dem Stegreif konnten die anwesenden Verwaltungs-Mitarbeiter die Frage nicht beantworten. Inzwischen haben sie die Antwort aber nachgereicht: Der Mietvertrag läuft bis Ende 2018. Eine Kündigungsfrist gibt es nicht, denn der Vertrag endet automatisch.

Aus Sicht von Steffanie Hildebrandt wird es langsam Zeit, über Alternativen zum jetzigen Standort nachzudenken. Die Debatte ist nicht neu. Die Stadt hatte 2011 ihren Anteil an der damals sanierungsbedürftigen Immobilie für 100  000 Euro an den Immobilienunternehmer Dieter Kopplin verkauft – und dann sofort zurückgemietet. Die Monatsmiete beträgt derzeit 6406 Euro.

Steffanie Hildebrandt
Steffanie Hildebrandt
 

Geplant war das ursprünglich anders. Zum Zeitpunkt des Verkaufs war geplant, in der alten Stadtwerke-Zentrale an der Poststraße ein städtisches Dienstleistungszentrum einzurichten. Dort sollte neben dem Einwohnermeldeamt unter anderem auch die Bücherei unterkommen. Nicht zuletzt wegen der Umbaukosten in Millionenhöhe verzichtete die Stadt jedoch darauf. Nachdem die Stadtwerke in ihren Neubau am Ilensee gezogen waren, übernahm der Kreis Schleswig-Flensburg das Haus an der Poststraße für sein Sozialzentrum.

Wenig später teilte Kulturamts-Leiter Holger Rüdel mit, man habe die Suche nach einem neuen Bücherei-Standort beendet, weil keine geeignete Immobilie in Sicht sei. Im Gespräch waren die Volkshochschule, verschiedene Schulgebäude und sogar die Hertie-Immobilie.

All diese Möglichkeiten möchte Steffanie Hildebrandt jetzt noch einmal unter die Lupe nehmen lassen. „Vielleicht ist das Ergebnis, dass der bisherige Standort weiterhin der geeignetste ist“, sagt sie. „Das müssen wir aber zumindest überprüfen.“ Vorstellbar wäre aus ihrer Sicht zum Beispiel, Teile des Volkshochschul-Gebäudes für die Bücherei zu nutzen und im Gegenzug VHS-Kurse in Klassenräume der Schleswiger Schulen zu verlegen. „Wir müssen auch sehen, was auf dem Parkhaus-Gelände geschieht“, nennt sie als weitere Option. Offen ist auch, wie lange die Lornsenschule noch das Gebäude der früheren Pestalozzi-Schule in der Lutherstraße benötigt, um Unterstufen-Klassen dorthin auszulagern.

In einem Punkt indes ist sich die Finanzausschuss-Vorsitzende mit allen Beteiligten einig: Die Stadtbücherei müsse auf jeden Fall nah am Stadtzentrum bleiben – allein schon wegen der Nähe zu den meisten weiterführenden Schulen.

 

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erstellt am 01.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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