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Schleswiger Nachrichten

26. September 2016 | 00:29 Uhr

Kultur in Schleswig : „Neue Idee“ zur Rettung des Theaters

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einigkeit unter allen Schleswiger Stadtvertretern: Die Spielstätte im Lollfuß soll erhalten bleiben. Der Plan wurde in der Gesellschafterversammlung positiv aufgenommen.

Schleswig | Nach einer langen und wohl teilweise dramatisch verlaufenden Gesellschafterversammlung der Landestheater GmbH am Abend in Rendsburg trat eine „neue Idee aus Schleswig“ fast in den Hintergrund. Bürgermeister Arthur Christiansen präsentierte einen Vorschlag aus Schleswig, der von allen Ratsfraktionen jeweils einstimmig mitgetragen wird. Unter seiner Federführung hat man sich geeinigt, das Theaterhaus am Lollfuß teilweise abzureißen und neu aufzubauen. „Es ist erstmal nur eine Idee, das Konzept muss noch folgen“, sagte er. Doch der Vorstoß aus Schleswig sei in der Gesellschafterversammlung „sehr positiv aufgenommen“ worden.

Freitagabend nach der Gesellschafterversammlung in Rendsburg: Fast drei Stunden später als angekündigt kamen ein abgekämpft wirkender Aufsichtsratsvorsitzender und ein ebenso niedergeschlagen wirkender Generalintendant in die Pressekonferenz. Mit einer „persönlichen Erklärung“, wie Jörn Klimant als Aufsichtsratsvorsitzender ankündigte: „Ich trete von allen Ämtern zurück, weil ich die Art und Weise, wie im Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung diskutiert wird, in keinem Verhältnis mehr zur Sachlage steht.“ Klimant beklagte eine „große Misstrauenskultur innerhalb der Theatergremien und kritisierte in diesem Zusammenhang insbesondere den Hauptgesellschafter Flensburg. Trotz der Konsequenzen, die er nun für sich ziehen werde, glaube er aber an die Zukunft des Landestheaters mit dem „Super-Intendanten Grisebach an der Spitze“.

Generalintendant Peter Grisebach sprach von einem „schwarzen Tag“, bei dem „Grabenkämpfe unter den Gesellschaftern“ das Landestheater zurück geworfen hätten. Der Streitpunkt: Man konnte sich nicht auf eine gemeinsame Formulierung für den Arbeitsauftrag eines noch zu bestellenden Gutachters einigen, der Lösungsvorschläge und Zukunftsperspektiven für die Landestheater GmbH entwickeln soll. Nun wollen sich die Gesellschafter auf ihren nächsten Sitzung im Sommer für einen Bewerber entscheiden, der bis Ende des Jahres das Gutachten erstellen soll.

Bei diesem von Grisebach und Klimant als dramatisch empfundenen Szenario ging die „neue Idee aus Schleswig“ etwas unter. Dennoch zeigte sich Christiansen auf SN-Nachfrage optimistisch, den Weg gemeinsam zu gehen, das Theatergebäude im Lollfuß wieder bespielbar zu machen.

In ersten Stellungnahmen zeigten sich alle Fraktionen erfreut darüber, dass nunmehr all an einem Strang ziehen werden, um den Spielstandort Schleswig zu erhalten. Die klassizistische Fassade zum Lollfuß soll erhalten bleiben. Geplant sei ein Teilabriss des bestehenden Spielgebäudes im Lollfuß 49. Ebenso sollen der Bühnenturm und die umlaufenden Anbauten abgerissen werden. Erhalten bleibt auch der Eingangsbereich. Während die Stadt Schleswig den neuen Aufbau des Kerntheaters mit Zuschauersaal und Bühne errichtet, wird ein privater Investor die frei werdende Fläche Lollfuß 51 mit einem neuen Gebäude bebauen, das in Teilen auch der Landestheater GmbH, wohl mit einer Probebühne, zur Verfügung gestellt werden wird.

Da es sich jetzt um ein Projekt handelt, das von vielen Schultern getragen wird, scheint auch die Finanzierung durch alle Beteiligten möglich zu werden, deutete Christiansen an. Private Partner sollen mit ins Boot gezogen werden. Dies will der Bürgermeister bereits in der kommenden Woche angehen.

Entscheidend werde es nun sein, auch die anderen Gesellschafter der Landestheater GmbH von der neuen Schleswiger Initiative zu überzeugen. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagte Bürgermeister Christiansen. Er habe unter den Gesellschaftern eine positive Stimmung wahrnehmen können.

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