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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 16:46 Uhr

Schleswig : Neue Helios-Klinik: 114 Patienten ziehen um

vom
Aus der Onlineredaktion

Es ist eine logistische Herausforderung: Vom Krankenhaus-Altbau müssen mehr als Hundert Patienten in den Neubau verlegt werden.

Schleswig | Das Schleswiger Helios-Krankenhaus hat am Samstag mit dem Umzug von 114 Patienten aus dem bisherigen Gebäude in seinen Neubau begonnen. Am Freitag und am frühen Samstag konnten noch mehrere Dutzend Patienten entlassen worden, so dass alles entspannter verlaufe als gedacht, sagte eine Sprecherin. Ursprünglich war mit der Verlegung von 200 Patienten gerechnet worden. Die Patienten würden mit Krankenwagen oder auch Großraumtaxis in das neue Gebäude gebracht.

Mit einem ausgefeilten und auf die einzelnen Patienten abgestimmten Verlegungsplan wacht technische Einsatzleitung des Rettungsdienstes darüber, dass bei den Transporten in den rund 80 Millionen Euro teuren Neubau alles glatt geht. Seit gut einem Jahr hatte Koordinatorin Regina Braasch den großen Umzug mit Helfern geplant. Bis zum Samstagabend sollte er abgeschlossen sein. „Gerade für Intensivpatienten ist es ein Eingriff in ihr Wohlbefinden“, sagt die 58-Jährige. Um die Strapazen möglichst gering zu halten, waren mehrere Intensivtransportwagen bereitgestellt worden. Nur so können Intensivpatienten beim Umzug in ihrem Bett liegen bleiben.

Insgesamt waren der Klinik zufolge rund 25 Rettungs- und Krankenwagen aus ganz Schleswig-Holstein - die immer wieder neu desinfiziert werden müssen - im Einsatz, um die Patienten in den wenige Straßenzüge entfernten Neubau zu bringen.

„Während des Umzugs fahren wir beide Häuser parallel“, erklärt Braasch. „Sobald der erste Patient kommt, müssen OPs, Ambulanz, Aufwachraum und alles andere einsatzbereit sein.“ Denn unter den Patienten seien auch schwer Kranke, etwa 20 müssten beatmet werden.

Und falls ein Beatmungsgerät ausfällt, hat die Klinik für den Umzug zusätzliche Geräte geliehen. „Wir haben versucht, über alle Eventualitäten zu sprechen“, sagt Braasch. Bereits seit Tagen werden Medizintechnik, Medikamente oder Verbandsmaterial ins neue Haus gebracht. Der Rest aus der in die Jahre gekommenen, einstigen Martin-Luther-Klinik soll folgen.

Das alte, 1962 eröffnete Haus gilt als verbaut, es gehört dem Kreis - was nun damit passiert, ist offen. Doch auch um den Neubau gab es bereits reichlich Ärger: Der zunächst für April geplante Umzugstermin musste verschoben werden, weil zahlreiche Kabel falsch verlegt worden waren. Die Baufirmen hatten in der Klinik mit rund 400 Betten viele bereits verputzte Wände und Decken wieder öffnen müssen.

Auch der Betriebsrat, der wegen der Arbeitsbedingungen bei Helios seit Monaten mit der Klinikleitung in und außerhalb des Gerichtssaals streitet, äußerte nach Angaben seines Anwalts Kritik. Demnach sei in dem mit 50 Millionen Euro überwiegend vom Land Schleswig-Holstein bezahlten Gebäude etwa kein Platz für die Mitarbeitervertretung vorgesehen. Es sei schade, dass der Umzug bei solch einem Klima stattfinde. Eine Helios-Sprecherin betonte: Geschäftsführung und Belegschaft näherten sich wieder an. „Es gibt von einer Richterin moderierte Gespräche“, sagte sie. „Darüber sind wir froh.“

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erstellt am 16.Jul.2016 | 15:09 Uhr

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