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Schleswiger Nachrichten

07. Dezember 2016 | 21:26 Uhr

Handewitt / Wanderup : Naherholung am Baggersee

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Planungen für die Nachnutzung des weitläufigen Kiesabbaugebiets zwischen Handewitt und Wanderup gehen in die heiße Phase. Im Herbst sollen die Gemeinden über das Konzept entscheiden.

Der Kiesabbau zwischen Handewitt und Wanderup hat tiefe Löcher in die Landschaft gerissen. Nun nähert sich der Abbau allmählich dem Ende, die Gruben füllen sich nach und nach mit Wasser. Südwestlich von Flensburg entsteht dadurch eine Seenlandschaft, die nach der Plöner Seenplatte die zweitgrößte im Lande ist. Seit gut zehn Jahren schmieden die Gemeinden Handewitt und Wanderup Pläne, wie das Areal genutzt werden kann. Aus dem ambitionierten Vorhaben für ein naturnahes Freizeitparadies mit touristischen Aktivitäten rund ums Wasser wurde inzwischen ein konkretes Konzept, das zwei Badestellen, ein Multifunktionsgebäude, Wanderwege, Schutzhütten und Aussichtsplattformen vorsieht. Die Verabschiedung der Pläne für das „Seenland um Flensburg“ durch die Gemeinden steht in diesem Herbst an.

Wanderups Bürgermeisterin Ulrike Carstens ist froh, dass es nun konkret wird. Im Bereich ihrer Gemeinde soll die bereits bestehende Badestelle an den günstiger gelegenen vorderen See verlegt und vergrößert werden. Binnen zwei Jahren soll im Norderfeld auch das geplante Multifunktionsgebäude mit Versammlungsraum und Toiletten entstehen. Zunächst jedoch muss das politische Planungsverfahren durchlaufen werden. „Es sind viele kleine Schritte erforderlich“, sagt Carstens. Vieles sei langwieriger als zunächst gedacht. Und nicht alles, was gewünscht sei, könne gleich realisiert werden. So würde Wanderup gern Ferienhäuser an der Seenlandschaft errichten, doch das Wohnraumkontingent der Gemeinde ist erschöpft. Nun hofft Carstens, dass auf längere Sicht in der Gemeinde wenigstens ein Wohnmobilstellplatz entstehen kann.

Auch auf dem Gebiet der Gemeinde Handewitt konnten bereits einige kleinere Vorhaben, die in das Konzept passen, realisiert werden, darunter ein Swingolfplatz und ein Wander- und Radweg vom Parkplatz des Handewitter Forstes in Altholzkrug nach Hüllerup.

Nach diversen Workshops und etlichen Planungsrunden gebe es nun ein Konzept und man könne nun in die zweite Phase des Projektes „Seenlandschaft“ eintreten, erklärt Jörg Pantel, stellvertretender Fachbereichsleiter Bauplanung -ordnung der Gemeinde Handewitt – auch zuständig für die Seenlandschaft. Für das weitere Vorgehen seien fünf Bausteine definiert worden, die das Aufstellen von Infotafeln und Wegweisern, den Ausbau der Infrastruktur am Badesee Wanderup, den Wegebau einschließlich entsprechender Infotafeln und Wegweiser, das Errichten von Schutzhütten und Aussichtsplattformen mit Blick auf die Seenlandschaft und als fünften Baustein Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung vorsehen. Als nächstes gelte es, die Gemeinden detailliert zu informieren, die politischen Beschlüsse zu fassen und Landesmittel aus dem Programm „Ländlicher Tourismus“ zu akquirieren.

Die Kosten für diese fünf Bausteine veranschlagt Pantel auf 648  000 Euro. Die Förderquote beträgt 53 Prozent. Auf Handewitt entfällt ein Eigenanteil von 96  962 Euro, die Zuschüsse belaufen sich auf 109  340 Euro, Wanderup muss 207  919 Euro Eigenanteil aufbringen bei Zuwendungen von 234  462 Euro. „Im Herbst werden wir den Gemeindevertretungen das Konzept und die Kosten im Detail vorstellen. Dann wollen wir in die Bauleitplanung eintreten“, sagt Pantel.

Dass das Vorhaben bisher so langsam vorankam, liegt nicht zuletzt auch darin begründet, dass ursprünglich die Kiesgruben vollständig der Renaturierung überlassen werden sollten. In welcher Form dies nach Beendigung des Kiesabbaus geschehen soll, wird bereits während des Genehmigungsverfahrens festgelegt und dient dem Ausgleich für den vergleichsweise schwerwiegenden Eingriff in die Natur durch den Kiesabbau. Darüber hinaus gehende Nutzungen, wie etwa das Einrichten von Badestellen oder das Einrichten von Ferienhausgebieten, sind eigentlich nicht vorgesehen. Entsprechende Ausnahmeregelungen müssen mit den Behörden detailliert verhandelt und in jedem Einzelfall genehmigt werden.

Schon heute gibt es Ideen, wie das Gelände in einer dritten Projekt-Phase für die Nutzung als Erholungsraum weiter aufgewertet werden kann. So gibt es die Idee, in Hüllerup einen Badesee mit Hilfe privater Investoren zu erschließen. Auch sollen dort ein Wohnmobil-Stellplatz, ein Campingplatz, sechs bis acht Ferienhäuser und Ferienwohnungen auf einer Hofstelle entstehen. „Die Landesplanung hat signalisiert, die Pläne zu unterstützen“, sagt Pantel. „Wir arbeiten nun mit Hochdruck daran, die Fäden und die politischen Beschlüsse zusammen zu bekommen.“ Das ist jedoch noch Zukunftsmusik, denn die dritte Phase beginnt erst 2019.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 13:00 Uhr

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