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Schleswiger Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:13 Uhr

Schleswig : Mysteriöses Baumsterben auf der Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Im letzten Jahr fällten Unbekannte eine alte Linde am Ufer der Freiheit. Jetzt sind die Bäume tot, die als Ersatz gepflanzt wurden.

Es war im Frühjahr des vergangenen Jahres, als unbekannte Täter eine alte Linde am Ufer der Freiheit so stark beschädigten, dass sie gefällt werden musste. Es dauerte nicht lange, da sorgten Bürger um die Unternehmerin Susanne Schöning („Zwergenwiese“), die sich schon lange auf der Freiheit engagiert, für Ersatz. Sie stifteten vier junge Ahornbäume, die an derselben Stelle am Ende der Uferpromenade neu gepflanzt wurden. Das war im Mai des vergangenen Jahres. Jetzt sind die Bäume wieder verschwunden. Übrig geblieben ist nur ein Steinkreis – und die Messingplaketten, die auf die Namen der Spender hinweisen.

„Ich habe vor zwei Wochen bemerkt, dass die Bäume eingegangen sind“, sagt der Bauunternehmer Robert Davids, der zusammen mit seiner Frau Ellen für einen der Bäume gezahlt hatte. „Es ist sehr mysteriös“, findet er. Auf Nachfrage bestätigt er, dass er vermutet, irgendjemand müsse böswillig nachgeholfen haben. Die Bäume standen auf städtischem Gelände. Die städtischen Umweltdienste haben die Ahorne jetzt entfernt. Es sei in der Tat bemerkenswert, dass alle vier Bäume gleichzeitig eingegangen seien, meint der stellvertretende Umweltdienste-Leiter Arne Kähler. Ein hundertprozentiger Beweis für Sabotage sei das aber nicht. „Wir haben in dem Gebiet auch andere Schwierigkeiten, zum Beispiel mit Pilzbefall“, sagt er.

Die untere Naturschutzbehörde beim Kreis Schleswig-Flensburg musste sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit illegalen Baumfällungen auf der Freiheit beschäftigen. Als im letzten Jahr der 70 Zentimeter dicke Stamm der alten Linde eines Morgens fast komplett durchgesägt war, stand schnell die Vermutung im Raum, es könnte ein Anwohner dahinterstecken, der freie Sicht auf die Schlei haben möchte. Allerdings waren es auch Anwohner, die nun für die Neupflanzungen gesorgt hatten – neben Susanne Schöning und dem Ehepaar Davids auch die Familien Bartz und Cheikh Mohammed. Wie es nun weitergeht – ob noch einmal neue Bäume gepflanzt werden – ist offen. Susanne Schöning war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 07:50 Uhr

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