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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2016 | 10:59 Uhr

Schleswig : Müllreste von Abiturienten sorgen für Ärger

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

A.P.-Møller-Schüler feiern am Schleiufer: Seenotretter klagen über kaputte Zelte und Flaschen im Wasser.

Als Paul Cugier gestern Mittag in der SN-Redaktion anruft, hat er einen so dicken Hals, dass man ihn anfangs kaum verstehen kann. Erst als er noch einmal durchgeatmet und sich etwas beruhigt hat, wird klar, warum der Vormann der Schleswiger Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) so sauer ist: „In und an der Schlei vor der Freiheit sieht es, auf Deutsch gesagt, aus wie Sau!“

Dort haben die Abiturienten der A.P.-Møller-Schule seit ein paar Tagen ihr Lager aufgeschlagen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn einige der Jugendlichen haben in Zelten und alten Wohnwagen geschlafen und – dem Anlass entsprechend – ordentlich gefeiert. Das stört Cugier prinzipiell überhaupt nicht. Was ihn aber auf 180 bringt, ist, dass viele der Schüler ihren Müll liegen lassen, „der bei diesen Winden, die wir hier haben, über kurz oder lang in der Schlei landet“.

Bei einer Übungsfahrt mit dem Schleswiger Seenotretter „Walter Merz“ am Donnerstagnachmittag hätten er und seine Kollegen so viel Plastikmüll und Flaschen im Bereich vor der Freiheit im Wasser treiben sehen, „dass es uns gereicht hat“. Gestern Morgen ging er also ins Schulsekretariat und beschwerte sich. „Es kann doch nicht sein, dass die einfach alles, was sie nicht mehr brauchen, stehen und liegen lassen. Das ist jedes Jahr dasselbe.“ Diesmal hätten sogar kaputte Zelte in der Schlei gelegen.

Als wir uns nach dem Gespräch mit Cugier auf zur Freiheit machen, um die Sache selbst einmal in Augenschein zu nehmen, bestätigen sich seine Angaben. Einige Passanten, die vorbeigehen, schimpfen ähnlich wie Cugier. „Was sollen denn die Touristen denken“, sagt ein Herr, der namentlich nicht genannt werden möchte. Obwohl am Schleiufer noch einige wenige Zelte aufgebaut sind, wirkt der Platz verwaist. Auch in der Schule ist später niemand telefonisch zu erreichen. Kein Wunder: Am Abend findet der Abi-Ball statt. Zumindest Hausmeister Michael Ramm geht ans Telefon. Er verweist darauf, dass das Gelände der Schule gehöre und dass die jeweiligen Abiturienten dort jedes Jahr zelten dürften. „Aber sie müssen auch für Ordnung sorgen. Das ist auch meistens der Fall“, sagt er, wolle sich den Platz aber noch einmal ansehen.

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erstellt am 16.Jul.2016 | 07:47 Uhr

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