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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:23 Uhr

Kreis Schleswig-Flensburg : Müllgebühren bleiben stabil

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg hat 3,3 Millionen Euro auf der hohen Kante – und will die Biotonne attraktiver machen.

Das war für die Kunden eine erfreuliche Nachricht, als Politik und Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) 2014 beschlossen, die Restmüllgebühren im Kreis Schleswig-Flensburg um insgesamt 15,6 Prozent zu senken. Nun legt der Betrieb die neuesten Berechnungen für 2017 vor – und die sind wiederum erfreulich: Es wird mit einem Überschuss von etwa zwei Prozent kalkuliert – das entspricht einer Summe von 233  000 Euro. Eine weitere Gebührensenkung aber wird es dennoch nicht geben, wie ASF-Geschäftsführer Lutz Döring deutlich machte. „Ich denke, es ist schon eine gute Nachricht für die Verbraucher, dass die Gebühren nicht steigen. Unsere Kosten und Einnahmen sind immer schwer vorherzusagen, das Pendel kann auch bald wieder in die andere Richtung ausschlagen. Und ich glaube, dass unsere Kunden keine ständige Berg- und Talfahrt möchten.“

Das erwartete Plus machte Döring unter anderem an den relativ niedrigen Dieselpreisen fest. Die sind zwar inzwischen fast schon wieder Vergangenheit, wirken aber positiv nach, wie Döring mitteilte: „Es gibt in diesem Bereich Verträge, durch die Veränderungen der Preise bei uns zeitversetzt ankommen“, erklärt er.

Schwer zu kalkulieren sind auch die Erträge aus dem Verkauf von Rohstoffen. Ein Beispiel dafür ist neben Altpapier auch Elektroschrott, mit dem die ASF zuletzt rund zwei Millionen Euro gemacht hat. „Das ist bei einem Gesamtaufwand von etwas über 13 Millionen Euro schon ein ziemlich großer Posten“, sagte Döring. Aber offensichtlich auch ein äußerst instabiler, denn die Preise schwanken stark. „Wenn wir dafür plötzlich nur noch die Hälfte bekommen, können wir das nicht einfach so auffangen.“ Und so dient der erwartete Überschuss unter anderem dazu, mögliche, aber noch nicht vorhersehbare Verluste in anderen Bereichen abzupuffern.

Insgesamt werden Erträge in Höhe von 2,11 Millionen Euro wie in den Vorjahren dazu genutzt, die Kosten für die Bereiche Rest- und Biomüll für die Verbraucher weiterhin auf niedrigem Niveau zu halten. Die Kosten für die braune Biotonne war 2015 weit unter den tatsächlichen Kosten festgelegt worden, um eine Akzeptanz für diese flächendeckend eingeführte Art der Entsorgung zu erreichen. Das hat offenbar funktioniert – inzwischen liegt der sogenannte „Anschlussgrad“ bei über 90 Prozent. Um dieses Niveau nicht zu gefährden, werden die Gebühren nicht erhöht. „Wir sehen das als Anreiz“, erklärte Döring.

Die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg war zumindest in den vergangenen Jahren immer in der angenehmen Lage, jeweils einen Überschuss zu erwirtschaften. Das Geld darf allerdings nicht in den Kreishaushalt fließen oder anderweitig verwendet werden, sondern muss nach dem Kommunalabgabengesetz des Landes innerhalb von drei Jahren an die Gebührenzahler zurückgegeben werden. Damit soll unter anderem erreicht werden, das Schwankungen bei den Gebühren in Grenzen gehalten werden. Zurzeit hat die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg knapp 3,2 Millionen Euro auf der „hohen Kante“, von denen im kommenden Jahr den Kunden 710  000 Euro wieder zurückgegeben werden. Wenn im selben Zeitraum wieder neue Überschüsse erwirtschaftet werden, fließen auch diese innerhalb der nächsten drei Jahre wieder zurück – und die Gebühren bleiben auch weiterhin stabil.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 07:55 Uhr

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