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Schleswiger Nachrichten

06. Dezember 2016 | 13:12 Uhr

Nach Kurzfilm „Geschenkt“ : Mohrkirch: Wohnzimmer wird zum Filmstudio

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Hobby-Regisseur Wolfgang Philipp dreht in Mohrkirch seinen zweiten Film. Im Frühjahr soll das Werk gezeigt werden.

Mohrkirch | Großes Kino ist sein Traum. Wolfgang Philipp lässt das Thema Film nicht los. Der ehemalige Pädagoge aus dem Badischen hat bereits vor zwei Jahren mit dem Kurzfilm „Geschenkt“ Interesse geweckt, den er mit Gleichgesinnten aus Angeln produziert hatte. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Ruheständler nun im Mohrkircher Ortsteil Spenting an einer neuen Filmidee gearbeitet. Unterstützung bekam er dabei von Regina Lüdke-Dziersk. Die Schauspielerin hatte durch einen Zeitungsartikel von dem ersten Filmprojekt der Angelner Filmgruppe erfahren, sich daraufhin bei Wolfgang Philipp gemeldet und ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet.

Regina Lüdke-Dziersk bringt sich aber nicht nur als Schauspielerin ein, sondern sie brachte auch eine Filmidee mit, von der sie den Filmemacher überzeugen konnte. „Das Thema hat mich von der ersten Zeile an begeistert“, sagt der Mohrkircher über die Aufzeichnungen der 58-Jährigen. „Inzest“ sei zwar ein schwieriges Thema, aber eben auch eine spannende Herausforderung sowohl für die Autoren des Drehbuches als auch die Schauspieler.

Die Idee, über das Thema Inzest einen Film zu machen, sei 20 Jahre alt, berichtet Regina Lüdke-Dziersk. Ein Vortrag darüber, wie eine betroffene Frau damit umgegangen war, habe sie nicht mehr losgelassen. Über die Jahre habe sie sich in das Thema eingearbeitet. „Was denken die Opfer? Welche Rachegedanken schleppen sie mit sich herum? Und wie lange liegt so ein Verbrechen mit welcher Schwere auf der Seele?“, habe ich mich gefragt. Für sie sei es ein Befreiungsschlag gewesen, als sich Wolfgang Philipp bereit gefunden habe, das Thema anzupacken und in Szene zu setzen.

Als erstes widmete sich Philipp der Aufgabe, aus den Aufzeichnungen ein Drehbuch zu fertigen, also die Handlungsstränge zu entwickeln und mit Dialogen zu versehen. Immer wieder trafen sich Lüdke-Dziersk und Philipp, um Details abzustimmen. Mit einem umfangreichen Casting begann die filmische Umsetzung. In Janina Mau aus Karby fand der Produzent eine geeignete Darstellerin des Opfers. Die 20-Jährige steht erstmals vor der Film-Kamera, hat aber bereits schauspielerische Erfahrung im Laientheater erworben. Angst hat sie nicht vor dieser schweren Rolle, in deren Mittelpunkt eine schwierige Mutter-Tochter Beziehung steht. Regina Lüdke-Dziersk spielt den Gegenpart, die Mutter. Es ist nun an Regisseur Wolfgang Philipp, den Konflikt der beiden Frauen in Szene zu setzen, in deren Mittelpunkt die Frage steht, was die Mutter vom Inzest in der Familie gewusst hat und die Spannungen zwischen den beiden Frauen spürbar werden zu lassen.

In den vergangenen Wochen wurde das Wohnhaus der Familie Philipp zum Filmstudio. Licht, Kamera, Aufzeichnungsgeräte und Bildschirme, mithilfe derer das Geschehen sofort kontrolliert werden konnte, beherrschten die Szenerie. Zehn Tage waren für die Aufnahmen eingeplant.

Wer dem Team bei den Aufnahmen zuschauen konnte, merkte sehr schnell, wie professionell gearbeitet wurde. „Das ist kein Laientheater“, sagt Philipp, „Kann es auch nicht sein.“ Dafür seien die Kosten für die technische Ausstattung und die Bearbeitung des Filmmaterials zu hoch. In seiner Rolle als Produzent sucht Regisseur Philipp nun nach Abnehmern für das Werk. Dabei hofft er auch auf das Fernsehen. Doch die wollten zunächst den fertigen Film sehen, berichtet er. Er rechnet damit, dass der Film im Frühjahr fertig bearbeitet ist und dann vorgestellt werden kann.

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erstellt am 22.Okt.2016 | 17:30 Uhr

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