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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 20:28 Uhr

Likör namens „Hafennutte“ : Mit einer frechen Schnapsidee auf Erfolgskurs

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Thomas Köhler aus Borgwedel kreiert alkoholische Getränke – und setzt dabei jetzt auf einen frechen Namen.

Dass den Namen „nicht jeder lustig findet“, ist Thomas Köhler durchaus bewusst. Aber genau das sei ja auch seine Absicht. „Manchmal muss man halt provozieren. Dann bleibt man im Gedächtnis“, sagt er. Ein Konzept, das aufgeht. Zumindest wenn es um seine neueste Kreation geht: Denn einen Schnaps namens „Hafennutte“ vergisst man so schnell nicht. Auch deshalb ist er auf dem Weg, zum Kultgetränk zu werden. Genau das erhofft sich Köhler von seiner Eigenproduktion nämlich.

Es wäre ein weiterer Erfolg für den 31-jährigen Borgwedler, der bereits seit zehn Jahren Wein, Likör und andere alkoholische Getränke vertreibt. Anfangs hat er Schnaps aus Irland importiert, den er dann auf dem deutschen Markt verkauft hat. Dann stieß er auf die Modemarke Ed Hardy, die Mitte der 2000er Jahre mit ihrem Tattoo-Look kurzzeitig angesagt war. Die hatte damals auch eine eigene Weinlinie, deren Vertrieb auf dem deutschen Markt sich Köhler gesichert hatte. „Das war mein Durchbruch. Ein echter Erfolg“, sagt er. Als der Hype um Ed Hardy abebbte, orientierte sich auch er um. „Ich wollte mein eigener Herr sein und nicht abhängig von Vorgaben großer Konzerne.“ Also kreierte und vermarktete er fortan eigene Getränke.

Vor sechs Jahren ging Köhler mit dem Schlei-Aquavit an den Markt. Ein Produkt, das es längst in zahlreichen Supermärkten in der Region gibt – und das insbesondere von Urlaubern als Mitbringsel gefragt ist. Mehr als 20  000 Flaschen hat Köhler inzwischen verkauft. Eine Marke, die er mit der „Hafennutte“ bereits nach wenigen Monaten locker übertrumpft hat. Sie gibt es inzwischen nicht nur in vielen Läden und Bars zwischen Flensburg, Kiel und Hamburg, sondern findet auch Abnehmer in Mittel- und Süddeutschland. Wie er auf den frechen Namen gekommen ist? „Ich habe das Wort mal auf einer Party aufgeschnappt. Da habe ich gleich gedacht: So könnte man mal einen Schnaps nennen. Da habe ich ein Jahr drüber nachgedacht, bis das Konzept stand. Da steckt viel Herzblut drin.“

Gemeinsam mit seiner Freundin Anna Schönfeld hat er an etlichen Abenden in der Küche ihrer Wohnung in Eckernförde und in der des Restaurants Epinard in Borgwedel, das seiner Mutter gehört, Zutaten gemixt, zugefügt und ausgetauscht , bis die beiden endlich zufrieden waren. Am Ende ist ein saurer Erdbeerschnaps dabei herausgekommen. Farblich zum Namen passend in Rotlichtmilieu-Rot. „Es soll ein Partygetränk sein. Weil es nur 15 Prozent Alkohol hat, kann man davon auch den einen oder anderen mehr haben.“ Aber nicht nur das Rezept hat Köhler selbst entwickelt. Auch das Design für das Flachenetikett, das nicht weniger frech als der Name ist, stammt aus seiner Feder. Gleiches gilt für die Gestaltung der dazu passenden Homepage (www.hafenschnaps.com).

In großen Mengen hergestellt wird der Likör nun von einem Händler in Hamburg, Köhlers Lager befindet sich in Borgwedel. Von dort aus beliefert er Kunden in ganz Deutschland – und darüber hinaus. Wie auch schon bei dem von ihm vertriebenen „Poison“-Absinth, der in Totenkopfflaschen abgefüllt ist, gibt es auch für die „Hafennutte“ großes Interesse aus China und Taiwan. Sein Hauptabnahmegebiet sieht er für den Erdbeerschnaps allerdings in Norddeutschland. „Hier renne ich mit dem Produkt fast überall offene Türen ein“, sagt Köhler. Egal ob in Supermärkte oder Hamburger Hafenkneipen. „Die meisten Leute lachen und sehen es als Marketinggag. Nur ein Wirt auf der Reeperbahn fand den Namen blöd. Aber das ist auch völlig in Ordnung. Die Geschmäcker sind verschieden.“ In Kiel hingegen gebe es bereits Mottopartys, bei denen das Getränk im Mittelpunkt steht. Als nächstes wird Köhler bei der Landjugend-Fete in Fahrdorf am 16. Juli mit einem Probierstand die Werbetrommel rühren für sein etwas anderes Getränk, das auch gemixt mit Sprite, Sekt oder Red Bull hervorragend schmecke.

Ideen für weitere selbst kreierte Schnäpse und Liköre „habe ich natürlich einige in der Schublade“, sagt Thomas Köhler. Aber das habe Zeit. „Jetzt will ich mich erstmal auf den ,Hafenschnaps’ konzentrieren.“ Die nächste Großbestellung aus Süddeutschland ist bereits bei ihm eingegangen.

 

 

 

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erstellt am 08.Jul.2016 | 10:36 Uhr

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