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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 14:48 Uhr

Interview : Meeno Schrader über Tornados: „Auf keinen Fall hineinfahren“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sonntag und Montag stürmten Tornados über Schleswig-Holstein. Ist das normal? Und wie verhält man sich?

Schleswig/Kiel | Gleich zwei Tornados haben in den vergangenen Tagen in Schleswig-Holstein für Aufsehen gesorgt. Der Kieler Meteorologe Meeno Schrader erklärt im Interview, warum auch kleine Tornados in Schleswig-Holstein durchaus gefährlich sein können.

Herr Schrader, am Sonntagabend bildeten sich bei Silberstedt Tornados. Wie gefährlich sind solche Naturphänomene?

Ich habe die beiden Schnorchel nur auf Fotos und in Videos gesehen. Aber das war schon beeindruckend. Diese kleinen Tornados sind nicht mit denen zu vergleichen, die wir aus den USA oder der Karibik kennen, aber die Rotationsgeschwindigkeit liegt auch immerhin bei zwischen 120 und 250 Stundenkilometern. Es ist schon erstaunlich, dass keine größeren Schäden entstanden sind.

Was unterscheidet solche Windhosen oder kleinen Tornados bei uns von denen in den USA?

Die Lebensdauer, die Geschwindigkeit, mit der sie über das Land ziehen , und vor allem der Durchmesser. Der war in diesem Fall ja eher überschaubar.

Täuscht der Eindruck oder gibt es bei uns solche Tornados zunehmend häufiger?

Es gibt sie jedenfalls gefühlt häufiger. Das liegt vor allem daran, dass fast jeder ein Smartphone mit Kamera und Videofunktion bei sich hat und sich solche Aufnahmen im Internet rasend schnell verbreiten.

In welcher Jahreszeit treten solche Tornados bei uns am häufigsten auf?

Eher später im Sommer, wenn die Luft heißer und feuchter ist. So früh im Jahr sind Tornados oder Windhosen eher sehr ungewöhnlich.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man einem Tornado begegnet?

Möglichst schnell wegfahren, wenn es geht. Und auf keinen Fall hineinfahren. Das ist überaus gefährlich und wäre sehr dumm.

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erstellt am 06.Jun.2016 | 20:05 Uhr

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