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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 18:49 Uhr

Tornado-Jets müssen am Boden bleiben : Lockere Schrauben im Cockpit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nur die Maschinen der älteren Vision sind nicht betroffen. Nächste Woche gibt es in Jagel wieder Nachtflugbetrieb.

Als die Meldung vom Startverbot für die Tornado-Jets gestern Morgen in den Medien die Runde macht, ist im Raum Schleswig dennoch der übliche Fluglärm zu hören. „Wir haben ja noch drei Maschinen, die nicht betroffen sind“, sagt Oberst Michael Krah. Der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ ist selber gerade nach einem Übungsflug auf dem Fliegerhorst Jagel gelandet. Sechs seiner Tornados der modernisierten Version „Assta 3“ müssen jedoch vorläufig am Boden bleiben – auch bei ihnen besteht die Gefahr, dass sich an einem Bildschirm im Cockpit die Halteschrauben lösen könnten.

„Das ist natürlich ärgerlich, zumal es auch den Einsatzbetrieb betrifft“, sagt Krah. Alle sechs Tornados, die im türkischen Incirlik im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ stationiert sind, können vorläufig nicht zu ihren Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak starten. Zwei dieser Maschinen stammen aus Jagel, die anderen vier aus dem rheinland-pfälzischen Büchel. Und auch der heimische Übungsbetrieb ist entsprechend eingeschränkt. „Wir bilden gerade Besatzungen gezielt für Einsätze aus“, sagt Krah. Gestern sei wegen des technischen Mangels bereits der zweite Flugtag ausgefallen.

Dennoch hat der Kommodore Verständnis für die Entscheidung der Luftwaffe, den Flugbetrieb auszusetzen. „Es darf nicht passieren, dass sich im Cockpit Schrauben lösen und womöglich durch die Maschine fliegen. Da darf man kein Risiko eingehen.“ Das Problem war am Mittwoch von der Industrie entdeckt worden. Krah hofft, dass der Defekt übers Wochenende behoben werden kann und möglichst schon ab Montag alle Tornados wieder abheben können. Techniker der Luftwaffe und der Herstellerfirma Airbus arbeiteten mit Hochdruck daran.

Mit dem Alter des Tornados habe das Problem nichts zu tun, versichert Krah. Der Flugzeugtyp steht bereits seit Anfang der 80er Jahre im Dienste der Bundeswehr. Vielmehr sei der jetzt aufgetretene Mangel eine Folge der Umrüstung auf die neue Version „Assta 3“. Bereits Anfang des Jahres hatte es Probleme beim Tornado-Einsatz in Incirlik gegeben: Damals blendete die Cockpitbeleuchtung so stark, dass ein Einsatz nur tagsüber möglich war. Das Problem war durch ein Software-Update entstanden.

Die Bundeswehr verfügt derzeit über 85 Tornados, darunter sind 39 Maschinen der neuesten Version. Sukzessive soll die komplette Flotte nachgerüstet werden. Dabei werden Elektronik und Software erneuert. Im „Assta 3“-Tornado ist für den Waffensystemoffizier im hinteren Cockpit ein großes Farb-Display eingerüstet worden, in der neuesten Version „Assta 3.1“ gibt es sogar drei Displays.

Sollten in Jagel ab Montag wieder alle Jets einsatzbereit sein, wird es auch abends wieder um einiges lauter am Himmel werden. „Wir haben nächste Woche Nachtflugbetrieb“, kündigte Krah an. Gestartet werde dann zwischen 19 und 20 Uhr. Bis 22 Uhr seien alle Maschinen wieder zurück.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 07:50 Uhr

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