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Schleswiger Nachrichten

01. Juli 2016 | 17:23 Uhr

Friedrichsberger Bürgerverein : Lidl-Neubau wird zum Streitthema

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürgermeister verteidigt bei Mitgliederversammlung die Pläne für das Gewerbe-Projekt am Kreisel an der Busdorfer Straße.

Trotz des Schnaps  zahl-Jubiläums gab es auch bei der 555. Mitgliederversammlung des Friedrichsberger Bürgervereins am Mittwochabend traditionell Grog. Der wurde dann auch – wahrscheinlich wegen der eisigen Kälte, die draußen herrschte – von den 70 anwesenden Mitgliedern gerne getrunken. Heiß wurde ihnen aber aus einem anderen Grund: einer Diskussion über den geplanten Lidl-Neubau am Kreisel an der Busdorfer Straße (wir berichteten).

Wie bereits im Vorjahr war Bürgermeister Arthur Christiansen, selbst Mitglied des Bürgervereins, zur Versammlung gekommen, um über geplante Bauprojekte in der Stadt zu berichten sowie die Zukunftschancen des Friedrichsbergs aufzuzeigen. Dass dabei das geplante Interkommunale Gewerbegebiet auf dem Gelände des Baustoffhändlers Carl Söhrn zur Sprache kommen würde, damit hatte Christiansen gerechnet. Ebenso mit Gegenwind gegen das Projekt. So meldeten dann auch Vertreter von Aldi und von Coop (Sky) ihre Bedenken gegen den Bau des Lidl-Marktes an. Beide befürchten starke negative Auswirkungen auf ihre Filialen im Friedrichsberger Einkaufszentrum. Während Christian Voiges (Aldi) den Bürgermeister darum bat, „das Gebiet am Kreisel bitte verträglich zu entwickeln“, wurde Bernhard Baumgärtel von Coop schon deutlicher: „Diese Pläne sind eine Ohrfeige für den Friedrichsberg!“

Den größten Widerstand aber gab es von Uwe Hahn, Investor und Projektentwickler des 2008 eröffneten Friedrichsberger Einkaufszentrum. Sichtlich erregt schimpfte er auf die Stadt, die sich lange gegen die Baupläne der Gemeinde Busdorf gewehrt hatte und nun eingeknickt sei. „Als wir unser Projekt im Friedrichsberg geplant haben, hieß es von Seiten der Stadt, dass keine weiteren Einzelhandelsansiedelungen geplant seien – und jetzt das!“

Christiansen verteidigte derweil vehement die gemeinsamen Pläne der Stadt und der Gemeinde Busdorf. „Der Lidl wäre mit oder ohne unsere Zustimmung gekommen. Der Kreis hat längst grünes Licht gegeben. Aber wenn wir uns jetzt nicht mit Busdorf geeinigt hätten, wäre es zu einem fatalen nachbarschaftlichen Schaden gekommen.“ So sei die Stadt zumindest in der Lage, mitzubestimmen, welche Märkte sich am Kreisel noch ansiedeln können. „Und da gehen wir sehr sensibel vor. Es wird nichts kommen, was der Innenstadt schadet.“ Das Projekt, so Christiansen, könne auch eine Chance für den Friedrichsberg sein. „Änderungen gehören dazu, um sich weiterzuentwickeln. Jeder möchte immer, dass etwas passiert, und jetzt passiert etwas.“

Im Vorfeld der Diskussion hatte Christiansen noch einmal auf die zahlreichen Bauprojekte hingewiesen, die zurzeit in der Stadt geplant und vorbereitet werden („Heimat“, Wohnquartier an den Königswiesen, Pflegeheim auf dem „Stadt Hamburg“-Gelände, Innenstadtsanierung). „Es hat zwei Jahre gedauert, bis wir alles so aufgeräumt haben, dass es nun sichtlich vorangeht. Das war insgesamt eine härtere Nuss, als ich es mir anfangs vorgestellt habe. Aber ein gutes Zusammenspiel zwischen Verwaltung und Politik braucht Zeit. So ist Demokratie, und das ist auch gut so.“

Das wiederum gilt auch für den Friedrichsberger Bürgerverein, bei dem turnusmäßig Wahlen anstanden. Nach 35 Jahren schied Wolfgang Clausen als Kassenwart aus. Sein Nachfolger ist Holger Siem. Tim Stöver wurde zum zweiten Vorsitzenden gewählt, Michael Peters und Philipp Plaschke belieben Beisitzer. Frank Naß und Otto Löwenstrom bilden künftig das Kassenprüfer-Gespann. Warum der Verein, der 1883 gegründet wurde, bereits seine 555. Mitgliederversammlung feierte, erklärte schließlich Vorsitzender Reimer Witt: „Anfangs hat man sich noch alle 14 Tage getroffen.“

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erstellt am 19.Feb.2016 | 07:45 Uhr

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