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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 02:59 Uhr

Ralf Stegner zu Gast : Kropper SPD feiert 70. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Landesvorsitzende lobt die Arbeit der Mitglieder vor Ort.

Seinen 70. Geburtstag feierte der SPD-Ortsverein Kropp mit 67 Gästen im Gasthof Bandholz, darunter Vertreter von CDU und der Allgemeinen Wählergemeinschaft Kropp (AWK). Einer war allerdings nicht dabei: Ministerpräsident Torsten Albig hatte laut dem Vorsitzenden Peter Casper kurzfristig absagen müssen. Der Landesvorsitzende Ralf Stegner dagegen war wie angekündigt erschienen.

Er überbrachte den Gruß von „16  000 roten Brüdern und Schwestern“ und nannte den Geburtstag eine Gelegenheit, an die „stolze Geschichte“ der SPD zu erinnern. Die Partei gibt es seit 153 Jahren, „das macht uns niemand so schnell nach – nicht in Deutschland, nicht in Europa“. Etwas wehmütig verwies er allerdings darauf, dass die SPD vor 70 Jahren 35  000 Mitglieder in Schleswig-Holstein hatte. „Das hätten wir heute auch gerne“, gab er zu. An die Kropper Kommunalpolitiker gerichtet sagte er, als Demokratie-Arbeiter in der Gemeinde seien sie ebenso wichtig wie Polizisten.

Angesichts von Egoismus und Populismus müsse man für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie einstehen, betonte er: „Wer, wenn nicht wir, kann das?“ Schließlich habe die SPD für bürgerliche Freiheiten gekämpft und sich als einzige Partei den Nationalsozialisten widersetzt. „Nicht Wenige haben ihren Einsatz für die Sozialdemokratie mit dem Leben bezahlt“, so Ralf Stegner. Nach wie vor gehe es darum, sich um alle Menschen zu kümmern – nicht nur um die mit dicken Geldbeuteln, spielte er auf den Bericht des ZDF-Magazins „Frontal 21“ an, wonach eine SPD-Agentur gegen Geldzahlung Treffen mit Spitzenpolitikern ermöglicht haben soll.

Für einen Rückblick sorgten Jürgen Selck und Hans-Joachim Krause. Selck erklärte, dass das Gründungsdatum der Kropper SPD trotz intensiver Archivsuche nicht geklärt, aber auf das Jahr 1946 eingegrenzt werden konnte. Ob es vor der Machtergreifung durch die Nazis einen Ortsverein in Kropp gegeben hat, ist unklar. Angesichts des Ergebnisses der Kommunalwahl am 12. März 1933 scheint es unwahrscheinlich: 95,9 Prozent der Stimmen entfielen auf rechtsradikale Parteien, davon 65 Prozent auf die NSDAP. Derzeit sitzt die Kropper SPD mit CDU und AWK in der Gemeindevertretung. Peter Casper, der seit 2008 SPD-Vorsitzender ist, meinte, man pflege heute „ein gutes Miteinander“. Mit Reinhard Müller stellte die Partei von 1997 bis 2014 den ersten hauptamtlichen Bürgermeister – ein Amt, für das sie sich jahrelang eingesetzt hatte. Dass die SPD nach wie vor treue Mitglieder im Ort hat, bewiesen die Ehrungen. Peter Grigat und Frank Deubel sind seit 25 Jahren Mitglied, Klaus Liedtke seit 40 Jahren. Gar ein halbes Jahrhundert ist Jürgen Kistner dabei.

Für Dieter Mahrt gab es eine Überraschung: Er erhielt die Verdienstmedaille für seine inzwischen 30-jährige Tätigkeit als SPD-Fraktionsvorsitzender. Er würde nie kneifen und immer seine Meinung sagen, meinte Ralf Stegner in der Laudatio: „Das ist mir sympathisch.“ Überhaupt müssten die Kommunalpolitiker oft den Kopf hinhalten für das, „was wir in Kiel oder Berlin machen“, so die SPD-Landtagsabgeordnete Birte Pauls. Doch als Mitglieder vor Ort „seid ihr das Wichtigste, das wir haben“.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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