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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 06:58 Uhr

Gemeindevertretung stimmt zu : Kropp bekommt ein neues Rathaus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach kontroverser Diskussion entscheidet sich Kropp für ein neues Rathaus für vier Millionen Euro.

Eigentlich war es eine klare Angelegenheit: Mit 15 Ja- und einer Nein-Stimme beschloss die Kropper Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung den Bau eines neuen Rathauses. Mit dem Neubau, dessen Entwurf vom Architekten Udo Redepennig stammt, vergrößert sich die Nutzfläche um 600 auf 2020 Quadratmeter. Umgesetzt wird damit die „kleine Lösung“, da das Sozialzentrum nicht mit in die neuen Räume zieht.

Die Nein-Stimme von Kurt Steinhöfel (SPD) hatte es allerdings in sich. Der Vorsitzende des Umwelt- und Planungsausschusses kritisierte die „Salamitaktik“, wonach die Kosten für eine Sanierung des von Schimmel befallenen alten Rathauses von 1,5 Millionen sukzessive auf 3,9 Millionen Euro gestiegen seien – fast ebenso teuer wie der auf knapp 4 Millionen Euro bezifferte Neubau. Weitere Mängel seien ihm trotz Aufforderung nicht aufgelistet worden, fuhr er fort. „Es ist nicht nachgewiesen, dass wir den Neubau brauchen.“

Die Tage sind gezählt: Das alte Rathaus wird einem Neubau weichen.
Die Tage sind gezählt: Das alte Rathaus wird einem Neubau weichen. Foto: kra
 

Damit erntete er heftigen Widerspruch. Das Gebälk sei rott, nur die erste Etage behindertengerecht und bei starkem Regen rausche das Wasser in einige Zimmer, zählte Bürgervorsteher Klaus Lorenzen (CDU) auf. „Wir kommen um einen Neubau nicht herum“, meinte er. „Es gibt nur zwei Damentoiletten für das ganze Haus, Probleme mit dem Brandschutz, Fenster sind kaputt, das Dach nicht gedämmt“, ergänzte Bürgermeister Stefan Ploog. In einem Zimmer funktioniere von acht Steckdosen nur noch eine. Die Mängel seien „sehr oft hier vorgestellt worden“, sagte er. Dem stimmten andere Gemeindevertreter zu, und Dieter Mahrt (SPD) betonte, mit Ausnahme von Kurt Steinhöfel „ist die SPD-Fraktion für den Neubau“. Ploog sagte, er garantiere dafür, dass es kein Prachtbau werde, sondern ein funktionaler, moderner Verwaltungsbau. „Das sind wir unseren Mitarbeitern schuldig“, schloss er und erhielt Applaus von den rund 35 Zuhörern.

Zu einer lebhaften Diskussion kam es auch beim Beschluss zum Neubau des Rettungszentrums. Einig waren sich die Gemeindevertreter darin, dass für 2,85 Millionen Euro eine größere Fahrzeughalle mit Anbau für Umkleide-, Sanitär- und Schulräumen gebaut werden soll. Knackpunkt war aber die Frage, ob das Dach flach oder geneigt sein soll. Der bisherige Entwurf sieht ein Flachdach vor. Das bietet jedoch wenig Stauraum, zudem befürchteten viele Gemeindevertreter, das Dach könne undicht werden. Am Ende beschlossen sie einstimmig die Erweiterung des Rettungszentrums – jedoch soll das beauftragte Architektenbüro Johannsen detailliert die Kosten für beide Dachformen darlegen. Bürgermeister Ploog erklärte, er werde sich mit den Fraktionsspitzen zusammensetzen und dann entscheiden. Zudem wurde ein entsprechender Bebauungsplan beschlossen, der bisher für das Gebiet noch nicht vorlag.

Die Gesamtbaukosten von voraussichtlich knapp sieben Millionen Euro für Rathaus und Rettungswache werden über sehr zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie der Investitionsbank finanziert. Durch diese Investitionen sowie die Anschaffung einer Kehrmaschine für 108  000 Euro wurde eine Nachtragshaushaltssatzung nötig, die bei einer Gegenstimme verabschiedet wurde. Schon in den Folgejahren sei man aber wieder im Plus, so Ploog.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 07:45 Uhr

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