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Schleswiger Nachrichten

27. August 2016 | 22:28 Uhr

Angelner Dampfeisenbahn : Kreis Schleswig-Flensburg will sich von Gleisen trennen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Trasse der Museumsbahn zwischen Süderbrarup und Kappeln soll ausgebessert und dann verkauft werden.

Der Kreis soll sich von der Gleistrasse zwischen Süderbrarup und Kappeln trennen. Darauf verständigte sich die Kreistagsmehrheit am Mittwoch. Nach dem Beschluss, der von CDU, SPD, SSW, Grünen und FDP getragen wurde, wird Landrat Wolfgang Buschmann beauftragt, mit den an der Trasse liegenden Ämtern und Gemeinden in Verhandlungen über einen Verkauf einzutreten. Einerseits will die Politik so den Weg frei machen für eine langfristige Konzeption der Angelnder Dampfeisenbahn. Andererseits soll der Kreis als Eigentümer aus der Verantwortung für die Gleise entlassen werden.

Dem Beschluss vorausgegangen war eine kontroverse Diskussion über den richtigen Umgang mit der Museumsbahn. Am schärfsten gingen die Freien Wähler (FW) mit dem Vorschlag ins Gericht. Wolfgang Warwel: „Das ist ein Trauerspiel für die ganze Region und den Tourismus.“ Es sei zwingend erforderlich, dass der Kreis seine Unterstützung wie bisher fortsetzt. Freie Wähler, Linke und Bündnis für Bürger hatten einen entsprechenden Antrag vorgelegt, der aber mit großer Mehrheit abgelehnt worden war. Danach sollte der Kreis das Land auffordern, die Museumsbahn in ein landesweites Tourismuskonzept aufzunehmen, und die bereits vom Werkausschuss veranschlagten 11  500 Euro Zuschuss für die Schwellensanierung freigeben.

Die Fördermittel wurden zwar nicht abgelehnt, sind aber von Hauptausschuss und Kreistag Ende 2015 nicht bewilligt worden. Auch weil die von der Museumsbahn benötigte Summe zwischenzeitig weiter gestiegen ist. „So haben wir uns viele Jahre durchgehungert, ohne ein langfristiges Konzept für die Bahn zu bekommen“, sagte Dirk Peddinghaus (SPD). Sein Fraktionschef Ingo Degner übte scharfe Kritik am Vorgehen insbesondere der Freien Wähler.

Die hätten einfach einen Antrag der Museumsbahner übernommen und sich zu eigen gemacht – nachzulesen im Schlei Boten. Ähnlich seien sie auch bei einem weiteren Antrag vorgegangen, wurde von CDU und SPD kritisiert. Eine Resolution gegen geologische Erkundungen in Angeln sei wörtlich – und sogar mit identischen Fettungen – von der Bürgerinitiative als eigener politischer Antrag übernommen worden. „Degner: „Das hat ein Geschmäckle.“

Thomas Jepsen (CDU) stellte klar, dass auch die Mehrheitsfraktionen den touristischen Wert der Museumsbahn für die Region anerkennen. Gerade deshalb wolle man eine tragfähige Lösung ermöglichen und nicht von Jahr zu Jahr über einen Zuschuss für den Austausch einiger Schwellen diskutieren. Für eine Lösung müsse die betroffene Region Süderbrarup-Kappeln zusammenarbeiten. Der Kreis werde die Strecke in einem befahrbaren Zustand übergeben. „Und wir sind uns bewusst, dass dafür Investitionen notwendig sind.“

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erstellt am 27.Mär.2016 | 21:00 Uhr

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