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Schleswig-Flensburg : Kreis hält dem Landestheater die Treue – will aber weniger zahlen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Kreis Schleswig-Flensburg wird nun doch nicht aus der Landestheater GmbH austreten.

Der Kreis Schleswig-Flensburg kehrt dem Landestheater nun doch nicht den Rücken. Das hat der Hauptausschuss des Kreistags jetzt hinter verschlossenen Türen beschlossen. Allerdings erfolgt der Verbleib in die Trägergesellschaft zu veränderten Konditionen.

Entgegen der ursprünglichen Absicht, den jährlichen Gesellschafterbeitrag ab Jahre 2019 von 364    000 auf 180  000 Euro zu kürzen und sich dabei am Jahresbeitrag anderer Gesellschafter zu orientieren, soll der Jahresbeitrag künftig 300  000 Euro betragen – exakt die Summe, die künftig auch die Stadt Schleswig beisteuern will. Dieser Beschluss erfolgte einstimmig.

Voraussetzung für diesen Schritt ist allerdings, dass die zwischen dem Land und den kommunalen Spitzenverbänden vereinbarte Finanzierung des Theaterneubaus in Schleswig umgesetzt wird. Eine Beteiligung des Kreises an den Kosten des Neubaus ist nicht vorgesehen.

Landrat Wolfgang Buschmann betonte laut Mitteilung: „Wir leisten damit einen wichtigen und gewollten Beitrag zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Landestheaters.“ Diese Entscheidung habe Signalwirkung. Schließlich mache das Land seinen Beitrag davon abhängig, dass alle derzeitigen Gesellschafter an Bord bleiben. CDU-Fraktionschef Walter Behrens erklärte: „Das Ergebnis ist für uns sehr gut. Damit können wir uns sehen lassen.“ Ingo Degner von der SPD hielt den Wiedereintritt in die Gesellschaft für folgerichtig: „Der künftige Gesellschafterbeitrag ist der Höhe nach angemessen, weil Schleswig nicht mehr Hauptspielstätte, sondern quasi nur noch Abstecherort ist.“ Grünen-Fraktionschef Christoph Jaenicke ergänte: „Durch die Dynamisierung ist das Überleben des Landestheaters langfristig gesichert.“ Carsten-Peter Brodersen von der FDP begrüßte, dass der Kreis nichts mit den Investitionen in den Theaterneubau zu tun habe und sich auf die Stärkung der Leistungsfähigkeit des Landestheaters konzentriere.

Erst Ende Februar war die finanzielle Grundlage für den geplanten Bau einer neuen Spielstätte inklusive Orchestergraben gelegt worden. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) und Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hatten mit den Vertretern der drei kommunalen Spitzenverbände eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Danach wird das Land das 9,5-Millionen-Euro-Projekt im Stadtteil Auf der Freiheit mit 2,5 Millionen Euro bezuschussen. Weitere zwei Millionen kommen aus einem Infrastrukturprogramm des Bundes. Die restlichen fünf Millionen Euro wird die Stadt Schleswig beisteuern.

Durch den Wegfall des alten Stadttheaters im Lollfuß war das Landestheater in Gänze in Schieflage geraten. So hatte der Kreis Schleswig-Flensburg zum Jahr 2019 seinen Austritt aus der Landestheater GmbH erklärt.

Die Stadt Schleswig begründet die geplante Reduzierung ihres Gesellschafterbeitrags damit, dass die Produktion des Landestheaters mit 60 Arbeitsplätzen nach Rendsburg verlegt worden ist.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 18:53 Uhr

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