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Schleswiger Nachrichten

24. März 2017 | 21:05 Uhr

Scheersberg : Kreis gibt Geld für den Bismarckturm

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Bismarckturm auf dem Scheersberg ist seit Jahren für die Öffentlichkeit gesperrt - jetzt kann er saniert werden.

Der Bismarckturm auf dem Scheersberg kann saniert werden. Der Hauptausschuss des Kreistags hat sich in seiner Sitzung am Dienstag dazu durchgerungen, die bis dahin gesperrten Mittel freizugeben. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Zusage der Gemeinde Steinbergkirche, den Kreis bei weiteren Sanierungsprojekten auf dem Scheersberg finanziell zu entlasten. Einer entsprechenden Vereinbarung stimmten die Politiker ebenfalls mehrheitlich zu. Ganz geräuschlos ging der Tagesordnungspunkt allerdings nicht über die Bühne. Die Investition in den Aussichtsturm an der Ostsee ist in der Kreispolitik keineswegs unumstritten.

Während die SPD trotz grundsätzlicher Kritik an der Bereitstellung von fast 160  000 Euro zähneknirschend zustimmte, lehnten die Grünen und die FDP die Freigabe des Geldes ab. „Für uns ist diese freiwillige Leistung nicht vereinbar mit den vielen Posten, die wir in den vergangenen Jahren streichen mussten. In zig Bereichen mussten wir sagen: Dafür haben wir kein Geld“, betonte Grünen-Fraktionschef Christoph Jaenicke. „Deshalb werden wir dagegen stimmen.“

FDP-Mann Carsten-Peter Brodersen machte Bedenken hinsichtlich möglicherweise weiter steigender Kosten für die aufwendige Sanierung des Denkmals geltend. Er teile die Kritik Ingo Degners, sagte Brodersen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende hatte zuvor gegen das Projekt gewettert. „Mein Herz weint nach wie vor, wenn Mittel des Kreises da hineinfließen, ohne dass wir wissen, ob sich die Sanierung damit erledigt hat. Von mir aus kann das Ding abgerissen werden.“ Er akzeptiere allerdings, dass der Bismarckturm in der Region als Identifikationspunkt betrachtet werde, sagte Degner.

Der 1899 vom Flensburger Architekten Alexander Wilhelm Prale im neugotischen Stil entworfene Bismarckturm (Höhe: 32,20 Meter) ist seit Oktober 2014 für Besucher gesperrt, nachdem unter anderem Korrosionsschäden an Stahlträgern und erhebliche Auswaschungen an den Fugen des Mauerwerks festgestellt worden waren. Damals war von Experten ein Finanzbedarf für eine komplette Sanierung des Turms von rund 600  000 Euro geschätzt worden. Inzwischen geht der Kreis von 793  000 Euro aus.

Dass dieses Projekt überhaupt vom Kreis zu stemmen ist, verdankt er dem Land, das im November 2016 aus dem Investitionsprogramm Kulturelles Erbe (IKE) rund 634  000 Euro als Zuschuss bewilligt hat. Dadurch sinkt der voraussichtliche Finanzbedarf des Kreises auf 158  400 Euro. In der Investitionssumme entfallen gut 30  000 Euro auf die Vorbereitung und Herrichtung einer dauerhaften Ausstellung. Außerdem wurden 100  000 Euro für Außenanlagen, Beleuchtung und Blitzschutz berücksichtigt.

Formal unabhängig von der Sanierung des Bismarckturms bestehen weitere Pläne für Sanierungsprojekte auf dem Scheersberg. So soll der zweite Bauabschnitt zur Modernisierung des Wallroth-Hauses, also dem Kern der Internationalen Bildungsstätte, in Angriff genommen werden, auch energetische Sanierungsmaßnahmen sowie eine Erneuerung des Turnhallenbodens stehen an.

„Diese nachhaltigen Bemühungen des Kreises, die Attraktivität der Bildungsstätte zu erhalten beziehungsweise zu steigern, werden von der Gemeinde anerkannt“, heißt es in einer Vereinbarung mit Steinbergkirche. Nicht zuletzt wegen der daraus resultierenden Auswirkungen zugunsten der in der Gemeinde ansässigen Unternehmen erkläre sich die Gemeinde bereit, „einen finanziellen Beitrag zur Reduzierung der nicht unerheblichen Kreisbelastungen zu erbringen“. In den Jahren 2018 und 2019 wird die Gemeinde je 50  000, im Jahr 2020 noch einmal 60  000 Euro beisteuern.

 

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erstellt am 10.Mär.2017 | 07:56 Uhr

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