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Schleswiger Nachrichten

26. Mai 2016 | 16:30 Uhr

Schleswig : Kindergärten bleiben dem Schweinefleisch treu

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In den Schleswiger Kindergärten kommen auch weiterhin Schnitzel und Frikadellen auf den Tisch. Ein Schweinefleisch-Verbot wie in Flensburg gibt es in den städtischen Einrichtungen nicht.

In den Schleswiger Kindergärten kommen auch weiterhin Schnitzel und Frikadellen auf den Tisch. Ein Schweinefleisch-Verbot wie in Flensburg gibt es in den städtischen Einrichtungen nicht, erklärte Ratshaus-Sprecherin Antje Wendt gestern auf SN-Nachfrage. Dennoch nehme man Rücksicht auf die muslimischen Kinder, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen dürfen.

Wenn die Eltern ihr Kind im Kindergarten anmelden, werden sie außer zur Religion auch zu Lebensmittel-Unverträglichkeiten und ähnlichem befragt. „Möchten die Eltern eine schweinefleischlose Mahlzeit, kann auf vegetarisches Essen ausgewichen werden“, erläutert Wendt. Bei der Wahl des Essens haben die Kindergarten-Leitungen die Möglichkeit, zwischen vegetarischen Gerichten und Gerichten mit Fleisch zu wählen. In der Regel gebe es zwei- bis drei Mal in der Woche Fleisch. Dabei handele es sich nicht nur um Schweinefleisch, sondern auch um unterschiedliche Geflügelsorten, Rindfleisch oder auch Fisch.

In den städtischen Kindertagesstätten sind momentan 402 Kinder angemeldet, davon werden 118 mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Im Krippenbereich werden alle 80 Kinder unter drei Jahren mittags mit warmem Essen versorgt.

Auch die Kindergärten, die nicht unter der Regie der Stadtverwaltung stehen, servieren weiterhin Schweinefleisch, jedenfalls diejenigen, die gestern auf die SN-Nachfrage antworteten. Im evangelischen Kindergarten Friedrichsberg wird Schweinefleisch in Form von Aufschnitt angeboten. Muslimische Kinder essen Geflügel oder vegetarischen Brotaufstrich. „Früher haben diese Kinder sich ihr Essen selbst mitgebracht“, sagt Kindergartenleiter Mario Friedrich.

Silvia Heikendorf vom ADS-Kindergarten in der Plessenstraße sagt: „Wir hatten schon immer auch muslimische Kinder – und da gab es nie Probleme“. Man koche selbst und achte darauf, alle Bedürfnisse der Kinder abzudecken. „Wenn es Schweinefleisch gibt, braten wir in einer zweiten Pfanne Geflügel.“ Man achte darauf, dass muslimische Kinder kein Schwein bekommen und auch Kinder mit Unverträglichkeiten nur das essen, was sie auch essen dürfen.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 07:30 Uhr

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