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Schleswiger Bahnhof : Kaum Platz für Fahrräder

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am Bahnhof fehlen Unterstände und Abstellbügel. Bauausschuss-Mitglieder stellen Abhilfe in Aussicht.

Sie stehen und liegen überall – an Laternenmasten, am Treppengeländer oder einfach auf dem Rasen am Parkplatz. Dutzende Fahrräder säumen den Schleswiger Bahnhof. Es ist auf den ersten Blick zu erkennen: Hier fehlt etwas. Es gibt keinen Ort, an dem Bahnreisende ihre Räder trocken und sicher abstellen können. Kritiker bemängeln das schon seit Jahren.

Das Problem war jetzt Thema in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses im Rathaus. Auslöser war ein Brief, den ein Schleswiger Bürger an die Stadtverwaltung, die Ratsfraktionen und auch die SN geschrieben hatte. Er frage sich, schrieb Oliver Kopp darin, ob den politischen Entscheidungsträgern die Situation überhaupt bekannt sei. Ihm war aufgefallen, dass in letzter Zeit zwar viel über die Pkw-Parkplätze am Bahnhof diskutiert werde, nicht aber über die Not der Radfahrer. „Stünden ausreichend sichere und überdachte Fahrradständer zur Verfügung, könnten sich zahlreiche Schleswiger dafür entscheiden, den Bahnhof mit dem Fahrrad anzusteuern“, meint Kopp, der vor fünf Jahren mit seiner Familie aus Köln nach Schleswig zog und früher unter anderem als Verkehrsplaner tätig war. Mit der ehemaligen Kreisbahntrasse gebe es eine attraktive Fahrradroute zwischen Bahnhof und Innenstadt. Mit dem Bus hingegen sei der Bahnhof nur schlecht zu erreichen, weil die Fahrpläne nicht auf die Abfahrtszeiten der Züge abgestimmt seien. Gerade für auswärtige Pendler, die mit dem Fahrrad weiter zu ihrem Arbeitsplatz in Schleswig fahren wollen, sei es wichtig, das Rad nachts und an den Wochenenden sicher abstellen zu können, sagt Kopp. Zudem werde das Radfahren wegen der Verbreitung von Elektro-Fahrrädern zunehmend auch für Personengruppen interessant, die früher von Schleswigs hügeliger Topographie abgeschreckt worden seien. Wäre das Fahrrad für Schleswiger Bahnreisende attraktiver, könnte das auch die Parkplatzsituation am Bahnhof entlasten, argumentiert Kopp.

Bis vor einem Jahr gab es zumindest einen kleinen Fahrrad-Unterstand mit Blechdach, der jedoch nach Erkenntnissen des Nahverkehrsverbundes Schleswig-Holstein (Nah.SH) meist komplett belegt war. Im Zuge der Umbauarbeiten am Bahnhofsgebäude war der Unterstand entfernt worden.

Eine „absolute Mindestausstattung“, meint Kopp, wären zumindest Fahrradbügel, an denen die Räder mit dem Rahmen angekettet werden können. Diese Bügel zu überdachen, wäre eine „Grundausstattung“. Als Zukunftsvision schlägt Rupp abschließbare Fahrradräume vor, die registrierte Nutzer zum Beispiel mit einer Chipkarte öffnen können. Rupp weist die Kommunalpolitiker darauf hin, dass das Land über die Nah.SH derzeit Fahrrad-Abstellanlagen mit 75 Prozent bezuschusst.

Im Bauausschuss wurden die Anregungen von allen Fraktionen mit Interesse aufgenommen. „Ich erwarte, dass wir da zu einer guten und vernünftigen Lösung kommen werden“, sagte der Ausschussvorsitzende Stephan Dose (SPD). Das Bauamt wurde gebeten, „im Zusammenhang mit der Interimslösung für die Pendlerparkplätze auch die Einrichtung von Fahrradständern zu berücksichtigen“. Grünen-Fraktionschef Johannes Thaysen wies darauf hin, dass seine Partei das Thema in der Vergangenheit bereits häufiger angesprochen habe. Bisher habe man aber nur eine einzige Sache erreicht: Dass einige seit Langem am Geländer angekettete und offenbar verwaiste Fahrräder entfernt und vom Ordnungsamt versteigert wurden.

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erstellt am 10.Apr.2017 | 11:11 Uhr

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