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Schleswiger Nachrichten

06. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

In Achtrup ausgebüxt : Kater Nepomuk nach zwei Jahren wieder zu Hause

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Frauchen Daniela Jöns hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben – dann wurde ihr Kater in Schafflund eingefangen.

Die erste Begegnung nach zwei Jahren Trennung war noch ein wenig verhalten. „Nepomuk hat ein wenig dumm aus der Wäsche geschaut, aber ich glaube, er hat meine Stimme erkannt“, sagt Daniela Töns. 2014 war ihr Kater von einen auf den anderen Tag verschwunden. Die 26-Jährige aus dem nordfriesischen Achtrup suchte zwar verzweifelt, Nepomuk aber blieb verschwunden – bis zum vergangenen Dienstag. Jetzt ist er wieder zurück. „Und inzwischen lässt er sich schon wieder liebend gern an Bauch kraulen.“

Der kleine Kater kam im Alter von wenigen Wochen von einem Bauernhof in sein neues Zuhause in Achtrup, Frauchen Daniela Töns und ihr Nepomuk wurden schnell Freunde. „Er war von Anfang an total verschmust, hatte aber auf der anderen Seite einen großen Freiheitsdrang“, berichtet Daniela Töns. Und er konnte beide Seiten ausleben. Eine Katzenklappe erlaubte es ihm, durch die Gegend zu stromern, wann immer er wollte, auch nachts war der Kater meist unterwegs. Und wenn ihm danach war, holte er sich bei Frauchen Futter und Streicheleinheiten ab.

Als Nepomuk vor gut zwei Jahren eines Morgens nicht nach Hause kam, wurde Daniela Töns noch nicht sofort unruhig. Nach drei Tagen aber hielt sie es nicht mehr aus: Sie nahm Kontakt mit Tasso auf, einem Verein, der hilft, registrierte Tiere wiederzufinden, hängte in ihrem Heimatort Such-Plakate aus – aber offenbar hatte niemand Nepomuk gesehen. Eine schwierige Zeit. „Ich hatte so Horrorvorstellungen, was ihm alles passiert sein könnte, dass ihn jemand mitgenommen hat, oder dass er überfahren wurde“, sagt Daniela Töns. Die Hoffnung, dass sie Nepomuk wiedersehen würde, wurde mit der Zeit geringer, verschwand aber nie so ganz.

Der einzige Erfolg der Plakataktion war ein Anruf einer älteren Dame, die eine Katze abzugeben hatte. Doch nach einigen Monaten sagte Daniela Töns zu, seitdem lebt Spencer bei ihr. „Aber die Erinnerung an Nepomuk ist trotzdem nie verschwunden. Besonders deutlich war sie wenn ich Spencer aus alter Gewohnheit am Bauch kraulen wollte. Der kann das im Gegensatz zu Nepomuk aber überhaupt nicht leiden.“

Am vergangenen Dienstag kam dann ein Anruf von Svenja Mauer-Günther, die in Südtondern für den Verein „Tiere in Not“ arbeitet. Sie fragte Daniela Töns, ob sie einen Kater namens Nepomuk kenne. „Ich war total baff, ich hatte zwar gehofft, dass er eines Tages wiederkommt, aber inzwischen nicht mehr wirklich damit gerechnet. Ihr Tipp an alle Katzenhalter: Das Tier auf jeden Fall chippen und registrieren lassen: „Hätte ich das nicht getan, hätte ich Nepomuk nie wiedergesehen.“

Es stellte sich heraus, dass der vier Jahre alte Kater im knapp 20 Kilometer entfernten Schafflund lebte und zeitweise von einer Frau gefüttert wurde. „Er war sehr scheu, und es gelang erst nach vielen Wochen, ihn einzufangen“, sagt Svenja Mauer-Günther. „Er war eigentlich in erstaunlich gutem Zustand.“

Der erste Tag zu Hause war nicht ganz einfach. „Er erinnerte sich, wo er war, denn als ich ihn aus dem Korb ließ, rannte er zunächst zur Katzenklappe. Die kannte er noch“, sagt Daniela Töns. Nepomuk war zunächst scheu, voller Zecken, und es gab einigen Zoff mit Spencer. „Aber inzwischen haben sich die beiden schon ein wenig an einander gewöhnt“, sagt sein Frauchen. Der Kater liegt inzwischen gern bei ihr auf den Sofa und schnurrt verzückt. Daniela Töns: Und er lässt sich wieder am Bauch kraulen, wie früher. Ich bin so froh, dass er wieder da ist.“

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erstellt am 02.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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