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Schleswiger Nachrichten

08. Dezember 2016 | 03:14 Uhr

Video : Interview: Hier sprechen die Tornadojäger von Schuby

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Daniel Thomsen und Nele Nagelschmidt filmten am Sonntag den Wirbelsturm. Ihr Video verbreitet sich bundesweit.

Wenn Daniel Thomsen (24) und seine Freundin Nele Nagelschmidt (19) von dem Ende ihres Badeausfluges am Sonntag erzählen, strömt plötzlich wieder das Adrenalin. Auf dem Nachhauseweg vom Baggersee nach Silberstedt gerieten sie ganz nah an einen Tornado – und drehten dabei ein beeindruckendes und emotionales Video von ihrer Begegnung mit der Naturgewalt, das innerhalb von Stunden um die Welt ging. „So nah dran an einem Tornado – da spürt man wirklich, was für eine gewaltige Kraft darin steckt. Das ist schon krass“, sagt Daniel Thomsen knapp 24 Stunden nach dem Erlebnis. Und Nele Nagelschmidt berichtet, ihr Freund sei am Sonntagabend zu Hause völlig aufgeputscht gewesen. „Er ist herumgesprungen wie ein Verrückter und hat kaum geschlafen.“

Die beiden hatten sich vom Badesee bei Dannewerk von den Freunden verabschiedet, als dunkle Wolken aufzogen. Zwischen Schuby und Silberstedt entdeckten sie abseits der Bundesstraße in Höhe Jägerkrug eine riesige dunkle Säule. Daniel Thomsen, Feuerwehrmann in Silberstedt, war sich sicher: Da brennt es. Nele Nagelschmidt hatte ihr kleines Streetka-Cabrio erst wenige hundert Meter in Richtung der Säule gesteuert, als die beiden dem Tornado gegenüber standen. In knapp 300 Meter Entfernung kam es zu einem Wortgefecht, das das Video zum Internet-Hit machte.

Daniel Thomsen filmte und war in seiner Begeisterung kaum zu stoppen. „Ist das krass. Leck mich fett, was geht hier ab. Das ist der Hammer“, ruft er, während seine Freundin zögert: „Daniel, ich will hier nicht längs fahren.“ Er beruhigt, will noch näher an das Geschehen: „Du brauchst keine Angst zu haben, wir heben nicht ab damit. So viel Kraft hat er auch nicht.“

Erst als der Tornado näher rückt und ein Sturzregen auf das Stoffdach des Wagens niedergeht, gibt er sich geschlagen – wenn auch wenig überzeugt von der Gefährlichkeit des Tornados. Er: „Meine Herren, das ist doch nur Regen und ein bisschen Wind.“ Sie: „Das ist eine Naturkatastrophe.“ Er: „Ach.“

Wäre er gern noch näher herangefahren? „Naja“, sagt Daniel Thomsen am Montag mit Blick auf seine Freundin, „mit einem gepanzerten Auto, das schwerer ist und vergitterte Scheiben hat – vielleicht.“ Die unterschiedlichen Auffassungen sind längst vergessen, beide sind sich einig, dass sie etwas ganz Besonderes erlebt haben. Das finden auch fünf Jungs aus Jübek. Luca, Jannik, Bastian, Tim und Len aus Jübek haben das Video im Internet gesehen und sich mit ihren Fahrrädern auf die Suche gemacht. Dass die kleinen „Katastrophen-Touristen“ sogar die Urheber des Filmchens trafen, macht sie stolz.

Dass das Video sich mit rasanter Geschwindigkeit im Netz verbreitete, erstaunt Daniel Thomsen und Nele Nagelschmidt. „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet“, sagen sie. Innerhalb weniger Stunden erreichte das Video auf Youtube mehr als 200.000 Aufrufe.

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erstellt am 06.Jun.2016 | 19:10 Uhr

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