zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 02:57 Uhr

Schleswig : Interims-Lösung fürs Stadtmuseum

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einigung im Finanzausschuss: Der Direktorenposten im Stadtmuseum darf kommissarisch neu besetzt werden, wenn Holger Rüdel in den Ruhestand geht.

Was wird aus dem Stadtmuseum, wenn dessen Leiter Holger Rüdel im September in den Ruhestand geht? Die Frage ist offen, seitdem die Ratsversammlung auf Antrag der CDU im Dezember das Geld für eine sofortige Wiederbesetzung seiner Stelle vorerst aus dem Haushalt gestrichen hatte. Auf diese Weise wollten die Ratsmitglieder Druck auf die Stadtverwaltung aufbauen, ein Konzept für die Zukunft des Stadtmuseums vorzulegen. Eine Lenkungsgruppe soll nun entsprechende Vorschläge machen. Diese Vorschläge werden aber erst vorliegen, wenn Rüdel längst in Pension ist.

Ende Mai war es deshalb im Kulturausschuss zu einem Streit darüber gekommen, was in der Zwischenzeit geschehen soll. Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch, in deren Zuständigkeitsbereich auch die Kultur und damit das Stadtmuseum fällt, hatte dort den Antrag vorgelegt, den Sperrvermerk auf Rüdels Stelle im Haushalt aufzuheben, um eine interne Übergangslösung zu ermöglichen. Dafür fand sie keine Mehrheit – auch deshalb nicht, weil sich CDU-Fraktionschef Holger Ley darauf berief, ein anderer Fachbereichsleiter, nämlich der für die Personalangelegenheiten zuständige Bernd Sachau, habe ihm versichert, für eine solche Lösung sei es nicht nötig, den Sperrvermerk aufzuheben. Weil Sachau im Kulturausschuss nicht dabei war, ließ sich die Verwirrung nicht auflösen.

Das geschah jetzt im Finanzausschuss. „Möglicherweise hat Herr Ley mich nicht richtig verstanden, möglicherweise habe ich mich auch missverständlich ausgedrückt“, sagte Sachau nun – und erklärte konkret, wie man sich in der Verwaltung die Interimslösung vorstellt. Demnach soll eine Mitarbeiterin, die bisher nur mit zehn Stunden pro Woche beschäftigt ist, Rüdels Aufgaben kommissarisch übernehmen. Neben der Museumsleitung gehört dazu auch die Verantwortung für den Fachdienst Kultur mit der Volkshochschule und der Stadtbücherei. Den Namen der Mitarbeiterin nannte Sachau zwar nicht. Dass es sich um Rüdels Stellvertreterin im Stadtmuseum handelt, die Kunsthistorikerin Dörte Beier, wird jedoch nicht dementiert. Die vorübergehende Aufhebung des Sperrvermerks im Haushalt ist also erforderlich, um Beier in Vollzeit zu beschäftigen, bis die Museumsleiter-Stelle dauerhaft neu besetzt ist.

Sachau legte nun einen neuen Beschlussvorschlag vor, der dies präzise beschreibt und zugleich festlegt, dass die Übergangslösung nur bis Ende des Jahres gelten soll. „Sie erreichen mit diesem Beschluss, dass die Verwaltung gehindert wird, die Stelle dauerhaft wiederzubesetzen“, sagte Sachau. Vor diesem Hintergrund stimmte der Finanzausschuss einstimmig zu. Das letzte Wort hat die Ratsversammlung in ihrer Sitzung am 11.  Juli.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Jun.2016 | 07:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen