zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:37 Uhr

Königswiller Apfeltag : „Ingrid Marie ist die Schönste der Welt“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zum Königswiller Apfeltag kamen am Sonntag rund 2500 Besucher – und manche von ihnen fanden ihre Lieblingssorte.

„Viele Kinder“, meint Joachim Henes, „wissen gar nicht mehr, dass der Apfelsaft nicht ursprünglich aus dem Karton im Supermarkt kommt.“ Das möchte er ändern. Deshalb stand er am Sonntag mit seiner Obstpresse auf dem Gelände des Hofes Königswill am Stadtrand von Schleswig. Neben ihm sein Sohn Piet und unzählige Kisten voll mit Äpfeln der Sorte Holsteiner Cox. „Einer der ersten Herbstäpfel, die jetzt bereits reif sind“, sagte er und schwärmte vom saftigen und leicht säuerlichen Geschmack.

Rund 2500 Menschen besuchten den Apfeltag, den der Verein Bunde Wischen bereits zum elften Mal ausrichtete. Viele Kinder, die zunächst mit viel Kraftaufwand die Handsaftpresse bedienten und zur Belohnung ihren eigenen Saft trinken konnten, waren begeistert von dem Geschmack. So ging es auch Emil und Kaja aus Schleswig, die zusammen mit ihren Eltern Henrik und Jagoda Vogt gekommen waren. „Wir gehen jedes Jahr hier hin und drehen immer die gleiche Runde“, erzählte Henrik Vogt. „Erst beginnen wir für die Kinder beim Heuspielplatz, dann geht’s über den Kunsthandwerksmarkt und anschließend kaufen wir so schöne Sachen ein, wie diesen Apfelsaft und den tollen Ziegenkäse, den es auch nur auf Königswill gibt.“

Eine schöne Auswahl an frischen Äpfeln hatte das „Apfelschiff“ aus Hollingstedt. Inde Sattler und ihre Mitstreiter schnitten fleißig Äpfel zum Probieren und erzählten viel über Herkunft und Ursprung der Sorte. Ingeborg Blum aus Kiel war eine der Kundinnen: „Ingrid Marie ist die Schönste der Welt“, schwärme sie – und meinte damit dei Apfelsorte mit diesem Namen. Mit ihrer roten Farbe sei Ingrid Marie ideal für die Herbstdeko, meinte sie. „Außerdem ist er für die meisten Allergiker geeignet.“ Eigentlich wollte Ingeborg Blum alle restlichen Äpfel ihrer Lieblingssorte dem „Apfelschiff“ abkaufen, doch am Ende begnügte sie sich mit viereinhalb Kilogramm. Damit war sie zufrieden, nachdem Inde Sattler ihr verraten hatte, wo sie selbst einen Apfelbaum der Sorte „Ingrid Marie“ kaufen kann.

Während die Eltern viel über Tiere, Landwirtschaft und natürlich Äpfel lernen konnten, wurden die Kinder mit Stockbrot backen, Schminken, Tiere füttern und selbst Handwerkern gut beschäftigt. Oma Karin und Mama Andrea schauten zum Beispiel eine gute Stunde dabei zu, wie Julius Siegwarth aus Berend ohne elektrische Hilfsmittel aus einem Stück Holz ein kleines Kunstwerk drechselte. „Julius wollte schon im letzten Jahr hier drechseln, aber es war zu voll. Wir stehen hier gerne und schauen zu, mit welchem Eifer er die ganze Zeit dabei ist“, sagte Karin Siegwarth.

Tuna Erekul ist seit wenigen Wochen in Schleswig als Arzt am Helios -Klinikum tätig. Ganz wie zu Hause fühlt er sich in Schleswig noch nicht, denn seine Familie zieht erst in wenigen Wochen zu ihm. Auf Königswill fand er zumindest Lebensmittel, die ihm das heimisch fühlen nun erleichtern: „Es gibt hier Milch, die genauso schmeckt, wie in der Türkei“, sagte er begeistert. Wie für die Besucher, war es auch für Bunde-Wischen-Geschäftsführer Gerd Kämmer ein erfolgreicher Apfeltag. „Neben der Möglichkeit über die Arbeit von Bunde Wischen zu informieren hat so ein alljährliches Hoffest auch den schönen Nebeneffekt, dass einmal im Jahr alle Ecken ordentlich aufgeräumt werden“, sagte er gut gelaunt. Nebenbei erfuhren interessierte Besucher, dass der Verein im gesamten Landesteil Schleswig rund 1500 Hektar ökologisch bewirtschaftet und unter anderem 1000 Rinder und 100 Pferde in seinem Bestand hat.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2016 | 08:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen