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Schleswiger Nachrichten

30. Juli 2016 | 18:49 Uhr

Schon fünf Einbrüche : In Fahrdorf geht die Angst um

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einbrecher suchten in den zurückliegenden Tagen wiederholt Häuser in derselben Straße heim. Jetzt zeigt die Polizei verstärkte Präsenz.

Ute Zähler hat sich eine höhere Wachsamkeit auf die Fahnen geschrieben. „Wir alle müssen mehr auf fremde Autos achten und mit unseren Hunden häufiger durch die Straßen spazieren“, sagt die Anwohnerin des Strandholm in Fahrdorf. Es herrschen Unruhe und Verunsicherung in der Straße, in der auch einige betuchtere Fahrdorfer ihr Zuhause mit Blick auf die Schlei haben. Denn der Strandholm ist in den zurückliegenden Tagen wiederholt von Einbrechern heimgesucht worden. Die Täter brachen am Wochenende und am Montagabend in insgesamt drei Einfamilienhäuser ein, nachdem zuvor schon eine Familie in der Wohlerskoppel betroffen war. Am Dienstagnachmittag meldete ein weiterer Anwohner des Strandholm einen versuchten Einbruch.

Die Täter gehen immer wieder nach demselben Muster vor: Sie schlagen ein Fenster oder die Scheibe der Terrassentür ein, betätigen den Griff und gelangen so ins Haus. Im letzten Fall scheiterten die Unbekannten allerdings am Verriegelungsmechanismus der Terrassentür.

Auf rund 2000 Euro beziffert eines der Opfer, das namentlich nicht genannt werden möchte, seinen Verlust. Die Täter waren am Montagabend in sein Haus eingedrungen, hatten Schränke und Schubladen durchwühlt und Bargeld sowie Goldschmuck mitgehen lassen. „So etwas verunsichert einen natürlich“, sagt der 58-jährige Hausbesitzer. „Wir überlegen, wie wir uns künftig besser schützen können.“ Noch schlimmer wäre es seiner Ansicht nach aber gewesen, wenn er und seine Frau den Tätern im Haus begegnet wären.

Die unheimliche Einbruchserie ist derzeit Gesprächsthema Nummer eins in Fahrdorf. „Das beunruhigt wirklich jeden“, fasst Bürgermeister Frank Ameis die Stimmungslage zusammen. In erster Linie natürlich die Anwohner des Strandholm. „Die Täter sind so schnell, so gewieft“, meint ein Mann mittleren Alters. Was ihn erstaunt: „Wir wohnen so dicht aufeinander, und die Einbrecher haben jedes Mal Glas zerdeppert. Warum hat das niemand mitbekommen? Das ist beängstigend.“ Eine junge Frau, die mit ihrem kleinen Kind und ihrem Hund vorbeispaziert, betont: „Man schläft schlechter.“

Warum kommen die Täter immer wieder in den Strandholm, einen Rundweg, der für die Einbrecher gewisse Risiken birgt, erwischt zu werden? Franziska Jurga, Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg, zuckt mit den Schultern. Doch sie sagt: „Ich habe das schon aus anderen Orten in Schleswig-Holstein gehört, dass Banden komplette Straßen angegangen sind.“ Aus ermittlungstaktischen Gründen will Jurga nicht zu viele Details preisgeben und auch keine Vermutungen zur Herkunft der Täter abgeben. Auf jeden Fall zeige die Polizei jetzt verstärkt Präsenz in dem Dorf, versichert die Pressesprecherin. Streifen seien in Polizeiautos und in Zivilfahrzeugen unterwegs. Auch sind Beamte im Strandholm von Tür zu Tür gegangen und haben den Bewohnern Tipps gegeben, wie man sich besser vor Einbrechern schützen kann.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Täter die Gegend im Vorfeld gründlich ausspioniert haben. Im Nachhinein hat nunmehr auch Ute Zähler eine Erklärung für die Fußspuren, die sie neulich auf ihrem Grundstück im Schnee entdeckt hatte und die hinters Haus führten. Sie glaubt sich aber gut gegen die Einbrecher gewappnet. „Ich habe einen Hund. Das ist die beste Alarmanlage.“

Bürgermeister Ameis setzt seine Hoffnungen auf die Ermittlungsarbeit der Polizei. Seine Mitbürger warnt er eindringlich davor, sich bei aller Wachsamkeit womöglich selbst in Gefahr zu begeben. Wer etwas Verdächtiges bemerke, solle nichts auf eigene Faust unternehmen, sondern sofort die Polizei anrufen, rät er.

Einen wichtigen Hinweis auf die Täter lieferte der Polizei das Einbruchsopfer vom Montagabend. Der Hausbesitzer entdeckte am Tag danach ein Stück Stoff, an dem Blut klebt. Offenbar hat sich einer der Einbrecher beim Einschlagen der Scheibe verletzt.

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erstellt am 28.Jan.2016 | 07:46 Uhr

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