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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 19:46 Uhr

Hoffnung für die Bücherei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Arbeitsverträge der Leiterin und einer Mitarbeiterin um ein halbes Jahr verlängert / Viele Ideen, aber noch kein Konzept für den Weiterbetrieb

Aufatmen bei den Anhängern der Glücksburger Bücherei: Die Stellen der Bücherei-Leiterin sowie einer Mitarbeiterin, die bis zum 30. Juni befristet waren, wurden um ein halbes Jahr verlängert. Damit ist der Erhalt der Bücherei bis zum Jahresende gewährleistet. „Das ist ein Etappensieg“, meint Hans Hartmut Mahler vom Verein „Freunde der Stadtbücherei Glücksburg“.

1482 Unterschriften zum Erhalt der Bücherei hat der Verein seit März gesammelt. Mahler: „Das ist eine stolze Zahl für Glücksburg.“ Bedeutet eine Zustimmung von rund 21 Prozent in der Bevölkerung.

Durch diese Zahlen wachgerüttelt, kommt jetzt auch die politische Planung in Gang: Am kommenden Montag wird im Sozial- und Kulturausschuss über einen grundsätzlichen Erhalt der Stadtbücherei abgestimmt. Einen Beschlussantrag hierzu werden SPD und SSW vermutlich gemeinsam einreichen. Zur Begründung heißt es dort laut SPD-Fraktion: „Die bisherigen Diskussionen haben gezeigt, dass eine klassische Ausleihbücherei sowohl den Wünschen weiter Teile der Bevölkerung als auch denen der Stadtvertretung entspricht.“ Der Beschluss sei notwendig, damit „das ständige Schwanken in eine Richtung gelenkt wird“. Die verschiedenen Ausschüsse seien aufgefordert, die notwendigen Mittel und Wege zu finden, um dieses Ziel zu erreichen. Die Stadtvertreter werden das Thema in einer Sondersitzung am 26. Juli verhandeln.

Laut Bürgermeisterin Kristina Franke wird diese Abstimmung richtungsweisend sein: „Die Bücherei stellt eine freiwillige Leistung dar. Über so etwas haben die Stadtvertreter zu entscheiden“, sagte sie. Franke selbst findet es wichtig, eine kulturelle Einrichtung wie die Bücherei zu haben. Bereits Anfang Juni machte sie auf einer Veranstaltung, die zugunsten der Bücherei in der Schulaula stattfand, allen Anwesenden Mut: „Weiter so“, sagte sie. Auf dieser Veranstaltung fand auch die Überreichung der Unterschriften-Liste an Michael Schulz, den Vorsitzenden des Sozial- und Kulturausschusses, statt. Auch er versprach, sich für den Erhalt der Bücherei einzusetzen.

Mit „weiter so“ machte Franke allerdings auch deutlich, dass man erst auf dem Weg sei. Denn immer noch fehlt ein schlüssiges Konzept für die Bücherei beziehungsweise für einen ganzen „Kulturbahnhof“, für den sich eine Arbeitsgemeinschaft aus Bürgern stark macht. Das Motzko-Konzept, auf das sich die Stadtvertreter 2013 geeinigt hatten, erscheint vielen in Glücksburg inzwischen als überholt. „Motzko war ein guter Moderator“, findet Bücherei-Leiterin Stefanie Ritter, „aber mit Glücksburgs Altersstruktur hat er sich nicht wirklich befasst“. Der Bremer Berater hatte die Konzentration auf Kinder bis elf Jahre empfohlen. Es sind laut Ritter aber auch viele ältere Bürger und die VHS, die sich für eine lebendige Bücherei einsetzen. Ritter hat nach eigenen Angaben ein 25-seitiges Papier erstellt, das allen Stadtvertretern vorliegt. „Ich möchte es nicht Konzept nennen“, sagt sie, „denn ich weiß nicht, was man von mir erwartet. Soll ich 50  000 Euro einsparen oder soll ich investieren?“

Kristina Franke sagte auf Nachfrage, dass von der Fachfrau erwartet werde, aufzuzeigen, wie man es schaffe, so eine Einrichtung attraktiv zu machen. Die Arbeitsgruppe soll Stefanie Ritter dabei Rückendeckung geben. Über das Konzept soll im September entschieden werden.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 18:52 Uhr

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