zur Navigation springen

Neue Impulse für die Innenstadt : Hertie-Grundstück in Schleswig: Jetzt beginnt die Investoren-Suche

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einzelhandel, Restaurant, Parkdeck und Wohnungen: Der Bauausschuss legt am Dienstag Vorgaben für einen Neubau auf dem Hertie-Grundstück fest.

Schleswig | Der Abrissbagger kommt – und zwar schon bald. Das steht fest. Aber was passiert danach mit dem Grundstück, auf dem das frühere Hertie-Gebäude seit Jahren vor sich hin bröckelt? Diese Frage ist noch offen, aber sie soll zügig geklärt werden, versichert Bürgermeister Arthur Christiansen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung steht in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag (15 Uhr im Rathaus) auf der Tagesordnung.

Die Mitglieder werden darüber beschließen, welche Anforderungen die Stadt an einen möglichen Investor stellen wird. Diskussionsgrundlage ist ein Vorschlag, den Christiansen in der Stadtentwicklungs-Abteilung des Bauamtes hat erarbeiten lassen. Die Stadt Schleswig hatte die Immobilie im vergangenen Jahr für 1,74 Millionen Euro gekauft und lässt das Gebäude nun im Sommer abreißen. Danach soll das Grundstück verkauft werden – und zwar an jemanden, der dort einen Neubau hinsetzt, der der gesamten Innenstadt neue Impulse gibt.

Der Vorschlag aus dem Bauamt sieht relativ konkrete Vorgaben vor, wie ein solcher Neubau aussehen soll. Darin sind gewisse Ähnlichkeiten zum alten Kaufhaus-Gebäude erkennbar – aber auch Unterschiede. So soll es wieder ein Parkdeck geben, das über die Moltkestraße erreichbar ist. „Im Erdgeschoss wird ein großer Einzelhandelsbetrieb mit Ankerfunktion erwartet“, heißt es außerdem.

Dieser Betrieb könnte auch das erste Stockwerk mitnutzen, mehr aber nicht. Der Haupteingang soll wieder im Stadtweg liegen. Daneben sind weitere kleinere Läden möglich. Ausdrücklich nicht erwünscht sind Ein-Euro-Shops, Anbieter von Elektrobedarf sowie von „Waren des periodischen Bedarfs“, womit Lebensmittel und Drogerieartikel gemeint sind. All dies könnte zum Beispiel auf ein großes Bekleidungsgeschäft hinauslaufen, vorgegeben ist das aber nicht.

In dem Neubau, der bis zu 14 Meter hoch sein darf, könnten auch Wohnungen vorgesehen werden. Der Bedarf sei vorhanden, sagt Christiansen. „Wir profitieren vom Trend, dass immer mehr Menschen aus dem ländlichen Raum ins Zentrum ziehen wollen, wo es viele Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten, Ärzte und so weiter gibt.“ Zum Leben in der Innenstadt soll auch ein Café oder Restaurant mit Außengastronomie beitragen.

An der Einmündung der Moltkestraße in den Stadtweg – also gegenüber von der Stadtbücherei – soll ein offener Platz entstehen. Das Eckhaus Stadtweg 70 – mit dem früheren Waschsalon im Erdgeschoss – befindet sich zwar nicht im Besitz der Stadt Schleswig, Christiansen zeigte sich vor wenigen Tagen auf dem Grogabend des Friedrichsberger Bürgervereins jedoch zuversichtlich, dass im Zuge der bevorstehenden Abrissarbeiten auch dieses Haus verschwinden werde.

Vor der Bauausschuss-Sitzung beschäftigen sich nun die Ratsfraktionen mit diesem Vorschlag. Die Meinungsbildung ist noch nicht überall abgeschlossen. So wird die SPD-Fraktion erst Montagabend darüber beraten. Fraktionschef Stephan Dose, der neuerdings auch dem Bauausschuss vorsitzt, sieht in der Vorlage aus dem Rathaus jedoch eine gute Grundlage.

Der stellvertretende Bauausschussvorsitzende Helge Lehmkuhl (CDU) zeigt sich hingegen skeptisch. „Die Vorlage ist mir zu eng gefasst. Sie geht nur in eine ganz bestimmte Richtung.“ Dabei gelte es, alle Optionen zu prüfen und wirklich den besten Bewerber für die Immobilie auszuwählen. Lehmkuhl: „Wir haben nur diese eine Chance.“

Sollte der Bauausschuss zustimmen, kann sich der Bürgermeister auf dieser Basis auf die Suche nach einem Investorensuche begeben. Es hätten sich bereits Interessenten bei ihm gemeldet, sagte er.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Mär.2017 | 11:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen