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Schleswiger Nachrichten

23. März 2017 | 13:23 Uhr

Beginn im August : Hertie-Abriss in Schleswig dauert ein halbes Jahr

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Arbeiten beginnen wegen Fledermaus-Schutz erst im August. Parallel läuft die Suche nach einem Investor an.

Schleswig | Fünf Monate noch, dann verschwindet das leer stehende Hertie-Kaufhaus aus dem Stadtbild. Bauamtsleiterin Manja Havenstein stellte am Dienstag im Bauausschuss den Zeitplan für den Abriss und die geplante Vermarktung des Grundstücks vor. Demnach können die Bagger erst im August anrücken.

Grund ist der Fledermaus-Schutz. Zwar seien die nachtaktiven Tiere im und am Gebäude bislang nicht beobachtet worden. Die Naturschutzbehörde habe aber darauf aufmerksam gemacht, dass es sehr gut vorstellbar sei, dass sich in den zahlreichen Ritzen, die das Gebäude im oberen Bereich hat, Fledermäuse eingenistet haben. Der August ist der einzige Monat, in dem für Fledermäuse kein besonderer Schutz gilt, da sie in dieser Zeit gemeinhin kein festes Quartier haben. Die Abrissarbeiten würden dann ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, sagte Havenstein. Demnach wären sie im Februar 2018 angeschlossen.

Wenn alles nach Plan läuft, wird bis dahin auch feststehen, was danach aus diesem Sahnegrundstück am Eingang der Fußgängerzone wird. Der Bauausschuss hat sich am Dienstag auf die Nutzungsanforderungen geeinigt, mit denen die Stadt nun auf die Suche nach einem Investor gehen wird. In einigen Einzelheiten fassten die Ratspolitiker diese Anforderungen etwas weniger eng als von der Stadtverwaltung vorgeschlagen. So darf der Hauptmieter in dem neu entstehenden Gebäude auch mehr als nur zwei Stockwerke belegen. Allerdings darf der Bau insgesamt nicht höher als 14 Meter werden.

Außerdem soll statt eines Parkdecks im oberen Bereich auch eine Tiefgarage zugelassen werden. Neue Untersuchungen zum Erdreich hätten ergeben, dass eine Tiefgarage dort entgegen der ursprünglichen Erwartung durchaus möglich sei, sagte Havenstein. Parken im Erdgeschoss soll jedoch ausgeschlossen bleiben. Hier soll ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb entstehen.

An der Einmündung der Moltkestraße in den Stadtweg ist ein offener Platz vorgesehen, der auch von einem Straßencafé genutzt werden soll – immer vorausgesetzt, es findet sich ein Investor, der diese Pläne umsetzen möchte. Sollte es Interessenten geben, die im Detail andere Vorstellungen haben, wären diese nicht von vornherein ausgeschlossen. „Wir müssen uns nicht sklavisch an das Nutzungskonzept halten, wir können es auch anpassen“, erklärte Havenstein.

Dabei verzichtet die Stadt darauf, einen Bebauungsplan aufzustellen. Dies würde, so sagte die Bauamtsleiterin, rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Um diese Zeit zu sparen, will die Stadt andere Möglichkeiten nutzen, ihre Vorstellungen durchzusetzen: Dadurch, dass die Stadt derzeit selbst Eigentümer des Grundstücks ist, kann sie sicherstellen, dass ein möglicher Käufer sich vertraglich verpflichtet, sich an das von der Stadt beschlossene Nutzungskonzept zu halten.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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