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Schleswiger Nachrichten

10. Dezember 2016 | 17:42 Uhr

Leibniz-Gemeinschaft : Gottorfer Archäologen kurz vor dem Ziel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Wissenschaftsrat ist dafür: Das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie auf Schloss Gottorf soll Mitglied der renommierten Leibniz-Gemeinschaft werden.

Das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) auf Schloss Gottorf hat sich international einen exzellenten Ruf erarbeitet. Jetzt hoffen die Schleswiger Wissenschaftler auf den Ritterschlag – die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft, einem Verbund von derzeit 88 bedeutenden Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland.

Sollte die Bewerbung der Gottorfer Erfolg haben, wäre das nicht nur mit viel Renommee verbunden, sondern auch mit Zuschüssen in Millionenhöhe aus dem Bundeshaushalt. Seit gestern ist das ZBSA diesem Erfolg einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Der Wissenschaftsrat – das wichtigste Beratungsgremium von Bund und Ländern in Forschungsfragen – hat die Bewerbung des ZBSA einstimmig positiv bewertet.

Die endgültige Entscheidung fällt im Juni die Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder. In der Vergangenheit war das eine Formsache – die Regierungsvertreter folgten in der Regel den Empfehlungen des Wissenschaftsrats. Auf der Gottorfer Schlossinsel will man sich dennoch nicht zu früh freuen. Claus von Carnap-Bornheim, der nicht nur Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ist, sondern im Nebenamt auch Leiter des ZBSA, mochte sich auf SN-Nachfrage überhaupt nicht äußern.

Seine Zurückhaltung dürfte auch damit zu tun haben, dass das Bewerbungsverfahren für die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft in diesem Jahr verändert worden ist und Erfahrungswerte fehlen. Erstmals hat nicht nur der Wissenschaftsrat eine Empfehlung abgegeben, sondern auch die Leibniz-Gemeinschaft selbst. Und diese Empfehlung fällt nicht so uneingeschränkt positiv aus. Für die wissenschaftliche Arbeit des ZBSA sind auch die Gutachter der Leibniz-Gemeinschaft voll des Lobes. Sie stören sich aber an der Organisationsform. Das ZBSA ist eine Abteilung innerhalb der Stiftung Landesmuseen. Die „institutionelle Passfähigkeit“ des Forschungszentrums sei deshalb für die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft „nicht hinreichend“, heißt es in der Stellungnahme der Leibniz-Gemeinschaft. Die Gutachter sind nicht nur skeptisch, weil das ZBSA mit seinen 40 Mitarbeitern für ein Leibniz-Institut verhältnismäßig klein wäre, ihnen gefällt auch nicht, dass das ZBSA keine eigene Verwaltung und keinen hauptamtlichen Leiter hat.

Letzteres hat man auch im Wissenschaftsrat registriert. Diese organisatorischen Defizite ließen sich jedoch „heilen“, heißt es dort in der zuständigen Fachabteilung. Die gestrige Pressemitteilung des Wissenschaftsrats ist denn auch voll des Lobes: „Mit seinen sehr guten Forschungsleistungen genießt das ZBSA international große Anerkennung und ist ein wichtiger Partner für archäologische Forschungseinrichtungen in Skandinavien und Osteuropa.“

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erstellt am 19.Apr.2016 | 12:58 Uhr

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